Zeitgeschichte

Heute, am 17. Juni gedenkt man wieder des Volksaufstandes von 1953 in der DDR.
Es war der erste antistalinistische Aufstand, bei dem das Volk auf die Strasse ging und gegen das Regime so offen protestierte.

Allein in Leipzig gehen am 17. Juni 1953 rund 40.000 Menschen auf die Straße, um gegen Unterdrückung, unbezahlbare Lebensmittel und für freie Wahlen zu demonstrieren. In den Morgenstunden verläuft noch alles ruhig, ein friedlicher Protest, doch am Nachmittag eskaliert die Situation zunehmend zu einer blutigen Machtdemonstration von Volkspolizei, Stasi und Soldaten der sowjetischen Armee.

Viele grosse Betriebe hatten bereits am Morgen die Arbeit niedergelegt. In weit über 500 Orten in der DDR kam es zu Streiks, Kundgebungen und auch zu öffentlichen Gewalttätigkeiten gegen offizielle Personen oder Einrichtungen.
Nach Schätzungen beteiligten sich landesweit 400.000 und 1,5 Millionen Menschen an dem Aufstand.

Um 14 Uhr wurde eine Erklärung des Ministerpräsidenten Otto Grotewohl im DDR-Rundfunk ausgestrahlt. „Der Aufstand jedoch sei „das Werk von Provokateuren und faschistischen Agenten ausländischer Mächte und ihrer Helfershelfer aus deutschen kapitalistischen Monopolen. [Alle] Arbeiter und ehrlichen Bürger [forderte er auf, mitzuhelfen,] die Provokateure zu ergreifen und den Staatsorganen zu übergeben“, so Grotewohl damals.

Gegen 13.00 Uhr verkündeten die Sowjets den Ausnahmezustand, der auch bis zum 11. Juli bestehen blieb.
Sowjetischen Truppen zogen in Massen auf und stoppten die Proteste mit dem Eintreffen der Panzer. Zum Einsatz kamen 16 sowjetische Divisionen mit etwa 20.000 Soldaten, dazu rund 8.000 Angehörige der Kasernierten Volkspolizei (KVP).
Bundesarchiv B 145 Bild-F005191-0040, Berlin, Aufstand, sowjetischer Panzer
Bundesarchiv, B 145 Bild-F005191-0040 / CC-BY-SA [CC-BY-SA-3.0-de], via Wikimedia Commons

In den kommenden Tagen kamen es noch zu weiteren kleinen Protesten, doch die Stärke vom 17. Juni wurde nicht mehr erreicht.

Fazit ca 6.000 Verhaftungen durch Polizei, MfS und Sowjetarmee.

Am 17. Juni und den Tagen danach wurden 34 Demonstranten und Zuschauer von Volkspolizisten und sowjetischen Soldaten erschossen oder verloren ihr Leben an den Folgen von Schussverletzungen.

„Der Generalstaatsanwalt der DDR, Ernst Melsheimer, legte am 5. März 1954 einen an Hilde Benjamin, Ministerin für Justiz, verfassten Bericht über „die Aburteilung der Provokateure des Putsches vom 17.6.1953“ vor, der für den Zeitraum bis Ende Januar 1954 folgende Urteile über insgesamt

1.526 Angeklagte, wie folgt, aufschlüsselte:

2 Angeklagte wurden zum Tode verurteilt: (Erna Dorn, Ernst Jennrich)

3 Angeklagte erhielten eine lebenslängliche Zuchthausstrafe: Lothar Markwirth (Bezirksgericht Dresden), Gerhard Römer (Bezirksgericht Magdeburg) und Kurt Unbehauen (Bezirksgericht Gera)

13 Angeklagte, darunter die Dresdner Wilhelm Grothaus (1893–1966) und Fritz Saalfrank (1909–199?), wurden zu Zuchthausstrafen von 10 bis 15 Jahren verurteilt.

99 Angeklagte erhielten Zuchthausstrafen zwischen 5 und 10 Jahren.

824 Angeklagte bekamen Gefängnisstrafen von 1 bis 5 Jahren.

546 Angeklagte erhielten Gefängnisstrafen bis zu einem Jahr.

39 Angeklagte wurden freigesprochen.

Weitere 123 Strafverfahren waren Ende Januar 1954 noch nicht abgeschlossen, es ist jedoch zu vermuten, dass die DDR-Gerichte insgesamt etwa 1.600 Menschen im Zusammenhang mit dem Juni-Aufstand verurteilten.“

Quelle der Daten: Wikipedia

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3 Kommentare zu „Zeitgeschichte

  1. Guten Morgen!
    Dazu mache ich heute nachmittag noch einen Blogbeitrag mit persönlichen Anmerkungen. Zwar lebte ich damals noch nicht, habe aber trotzdem dazu eine Menge zu berichten…
    Habe einen schönen Tag. :wave:
    Gruß Karen

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