Binnenschiff auf dem Mittellandkanal gesunken

Dienstag Abend, also gestern, kam es auf dem Mittellandkanal bei Oebisfelde zur Kollision zweier Binnenschiffe, in deren Folge eines der Schiffe sank.

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Beim fehlgeschlagenen Anlegeversuch der MS Rothensee an der Liegestelle Bergfriede, lief dies aus dem Ruder, stellte sich quer im Kanal.
Ein von Richtung Osten kommendes Schiff, die MS Andromeda, bemerkte dies in Dunkelheit und im Nebel wohl zu spät und rammte die mit 800 Tonnen Eisen beladene Rothensee, die darauf hin brach und unterging.

Die Besatzung blieb zum Glück unverletzt, der Schiffsführer und der Maschinist, wurden von der Feuerwehr gerettet und an Land gebracht.

Wie lange die Bergung dauern wird, ist bis dato unbekannt, auch ob und in welchem Ausmaß schädliche Stoffe ins Wasser gelangt sind.

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Wie ein Sprecher der Wasserschutzpolizei MDR SACHSEN-ANHALT sagte, ist die Bergung des Wracks schwierig. „Das Ganze wird sehr teuer, weil der Kanal eventuell tagelang nicht befahren werden kann“, sagte er.
Zudem müssten Dolmetscher engagiert werden, um die Besatzungen zu dem Unglück zu befragen. Auf dem deutschen Schiff saßen tschechische Schiffsführer. Auf dem anderen Schiff fuhr eine polnische Besatzung.

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UPDATE: 30.10.

Bereits gestern wurden bis spät in die Nacht von der verunglückten Rothensee die Luken des Schiffes entfernt. Nun wurde begonnen die Ladung des Schiffes zu löschen, die Arbeiten gehen gut voran.

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Hier noch eine Info für Schiffer:
Wer plant seine Reise über den Elbe-Seiten-Kanal nach Magdeburg zu machen, das Schiffshebewerk Lüneburg bleibt wegen technischer Probleme am Samstag zwischen 22.00-6.00 Uhr geschlossen.
Wer über die Elbe einen Lotsen benötigt, sollte sich frühzeitig melden, die Lotsen sind im Moment ziemlich ausgebucht.

UPDATE 17.00 Uhr:

Die Bergung der Ladung ist abgeschlossen. Wann und wie das Schiff geborgen wird, dazu gibt es noch keine genauen Informationen.

Update 31.10.

Weiteres Bergungskonzept steht fest
(31.10.2014 / sya) Nach der Havarie zweier Binnenschiffe auf dem Mittellandkanal wird dieser vorrausichtlich noch bis Ende nächste Woche gesperrt bleiben teilte das Wasser- und Schifffahrtsamt Uelzen mit. Die Bergung der Ladung, 817 Tonnen Eisenbarren, ein Vorprodukt für die Stahlindustrie, konnte am Donnerstagnachmittag erfolgreich beendet werden.
Mit Hilfe eines Schwimmkrans und von Tauchern wird das 67 m lange und etwa 300 Tonnen schwere Binnenschiff für die Bergung vorbereitet. Sobald das Schiff schwimmfähig ist, soll es zum Abwracken in einen sicheren Hafen geschleppt werden. „Aufgrund der schwierigen Bergungssituation wäre das eine tolle Leistung“ sagt Kai Römer, Sachbereichsleiter Schifffahrt, des Wasser- und Schifffahrtsamtes Uelzen.

Wie das Wasser- und Schifffahrtsamt mitteilte, ist ein Schwimmkran einer niederländischen Spezialfirma auf dem Weg zum Unglücksort. Er werde Anfang nächster Woche dort eintreffen. Gemeinsam mit Tauchern solle der Kran das gesunkene Schiff dann heben.

UPDATE 01.11.

Das erste Material zur Bergung per LKW ist bereits eingetroffen. Die Bergung soll voraussichtlich Ende nächster Woche abgeschlossen sein…

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UPDATE 04.11.

Bereits letzte Nacht traf ein Ponton mit Pumpen an der Unglücksstelle ein.
Experten setzen derzeit die Markierungen und Seile, später sollen die Stahlseile angebracht werden.
Der Schwimmkran wird voraussichtlich gegen Abend hier eintreffen. Die eigentliche Bergung soll dann morgen beginnen und falls alles planmässig verläuft zum Ende der Woche abgeschlossen sein.
Das Schiff liegt vier bis viereinhalb Meter tief im Wasser. Um es zu bergen, müsse das Wrack zunächst angehoben und abgedichtet werden, so dass es ausgepumpt werden könne. Wenn das Wasser dann raus ist, sehe man, ob das Schiff schwimmfähig ist. Sollte dem nicht so sein, müsse das Wrack an Ort und Stelle zerlegt und abtransportiert werden. Der Zeitplan ist laut Köther vom WSA dann nicht einzuhalten.

Am Wochenende wurde die Unfallstelle von hunderten Schaulustigen besucht, weshalb aus Sicherheitsgründen die Polizeiabsperrungen erweitert wurden um Gaffer fernzuhalten.

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UPDATE 19.30 Uhr

Das Bergungsschiff der niederländischen Firma ist soeben eingetroffen und beginnt sofort mit dem Aufbau des Krans.

Die Polizei ermittelt inzwischen gegen den Schiffsführer des zweiten an der Kollision b
eteiligten Frachters, der MS „Andromeda“. Wie die Wasserschutzpolizei Magdeburg am Dienstag mitteilte, wurde ein Strafverfahren wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr eingeleitet.

Eine der Ursachen für das Unglück im Mittellandkanal sei wahrscheinlich ein technischer Defekt bei der später gesunkenen „Rothensee“ gewesen. „Nun muss geklärt werden, was dann im Detail zu der Kollision geführt hat“, sagte Siegfried Günther von der Wasserschutzpolizei.

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Die neuesten Bilder und Berichte gibt es morgen früh.

UPDATE 05.11.

An der Bergung wurde die ganze Nacht gearbeitet, die Arbeiten gehen gut voran.

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Die Arbeiten GINGEN bisher gut voran! Leider ist nun in diesem Augenblick das Hinterschiff (vor dem Steuerhaus) beim Versuch es anzuheben, weggebrochen, wie man auf dem Photo auch gut erkennen kann. Die Chance, dass das Schiff also selbstständig treiben wird, sinken.

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Derzeit warten wegen der Sperrung der Wasserstraße mehr als 60 Schiffe an der Schleuse Sülfeld bei Wolfsburg und am Braunschweiger Hafen auf die Weiterfahrt.

UPDATE 12.00 Uhr

aktuelle Bilder der Bergung

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Nach dem Durchbruch der Rothensee heute morgen, versuchen jetzt Experten den Riss zu schweissen, um das Schiff doch noch schwimmfähig zu machen.

Hier noch ein Photo welches das Ausmaß der gebrochenen Rothensee zeigt.

Braunschweiger Zeitung Trotz des Zwischenfalls geht die Bergung gut voran. Morgen sollen Experten der Werft das gebrochene Wrack verschweißen. Läuft alles nach Plan, wird der Kanal voraussichtlich Freitag wieder freigegeben.

UPDATE 06.11.

Die Arbeiten laufen auf Hochtouren, derzeit sind Experten mit den Schweißarbeiten beschäftigt, um den entstandenen Riss mit Stahlplatten abzudichten. Die Arbeiten werden auf jeden Fall heute noch den ganzen Tag andauern.

UPDATE 23.00 Uhr

Die Bergung scheint soweit abgeschlossen zu sein, Wrack und Bergungsschiff wurden auf der Liegestelle abgelegt.

Der Kanal wurde jedoch noch nicht frei gegeben!

Die Bergung des bei Bergfriede gesunkenen Motorschiffes mit Räumung der Fahrrinne kann voraussichtlich bis Freitagnachmittag abgeschlossen werden.

Die Aufhebung der Schifffahrtssperre zwischen den Liegestellen Rühen bei km 256 und Calvörde bei km 283 wird über die Nautische Information bekannt gegeben.

Hier noch ein Video der Bergungsarbeiten.

UPDATE 07.11. 10.30 Uhr

Nachdem gestern Abend bereits die Schiffe auf den Steiger verlegt wurden, untersuchen derzeit noch Taucher die Fahrrinne auf Sicherheit.
Desweiteren müssen Experten vom TÜV die Rothensee noch ihr okay geben zum Abtransport. Läuft alles nach Plan, wird gegen 11.00 Uhr das Schubboot erwartet, um die Rothensee wegzuschleppen.
Voraussichtlich soll erst dann der Kanal frei gegeben werden.

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Die Sperrung wurde soeben aufgehoben, der Mittellandkanal ist ab 12.30 Uhr für die Schifffahrt wieder freigegeben.

Allen Schiffen eine Gute Fahrt…

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25 Kommentare zu „Binnenschiff auf dem Mittellandkanal gesunken

  1. Ich würde zum Fotos machen schon extra irgendwo hin fahren, wenn es nicht zu weit weg ist. Wenn in Potsdam ein Ufo landen würde, zum Beispiel, dann würde ich 30 Minuten später in der Bahn sitzen 😀

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