Fassaden…

Die kleine Stadt im Irgendwo,
hier wohnt Herr X und auch Frau O.

Ein feiner Vorort, auf dem Land,
die Menschen sind hier wohl bekannt.

Vertrauenswürdig, angesehen,
was sollte hier denn schon geschehen?

Da wohnt der Dr. Lüdenscheid,
und auch Herr Anwalt wohnt nicht weit.

Der Polizist gleich nebenan,
dahinter Lehrer Lindemann.

Sie alle lächeln über’n Zaun,
doch schließt die Tür vorbei der Traum.

Der Lindemann die Kinder schlägt,
derweil Herr Kuhn im Garten steht.

Herr Lüdenscheid so oft besoffen,
hat seine Frau die Faust  getroffen.

Ein jeder Nachbar weiß auch das,
doch niemand denkt zu tue’n was.

So wird geschwiegen und geprügelt,
die Kinderseele totgebügelt.

Wir sind ja schließlich feine Leute,
so war das früher und auch heute.

Ihr glaubt, das ist ja gar nicht wahr?
Vergesst es mal, ich war selbst da.

So manch Fassade, schön und rein,
könnt hinter Tür’n nicht schlimmer sein….

by JanJan

by Pixabay
by Pixabay

34 Kommentare zu „Fassaden…

  1. Das ist mich jetzt grad sehr aufgewühlt… ! STOP GEWALT

    Hast Du’s auch gelesen? Präzis vergangene Woche wurde publik, dass Dutroux eine „Kinderstadt unter Tag“ in einer Miene plante…

  2. I r r e f ü h r u n g

    MASKERADEN und FASSADEN
    haben eine GEMEINSAMKEIT :
    sie täuschen zumeist,
    – bewusst irreführend -, etwas vor.

    ___
    © PachT 2014

  3. Sehr berührendes Gedicht und ein Thema, dem auch ich mich häufig zuwandte.
    Danke für diese aufrüttelnden Verse.
    Herzliche Grüße
    Sylvia

    PS: Wenn Du magst, schicke ich Dir heute abend mal den Link zu dem Gedicht von mir. In den Kommentaren dazu kann man erkennen, dass wir nicht allein sind mit unserer Einstellung. Das hat mich sehr gefreut.

  4. Ich finde es sehr wichtig immer wieder darauf hinzuweisen und auch das es nicht eine kleine Schicht in der Bevölkerung betrifft, sondern in allen Gesellschaftsklassen.

  5. das SChlimmste passiert da wo wir es nicht vermuten….selbst in meinem Paradies (als Kind) gab es die Hölle….

    1. Die Sinne sind schon oftmals scharf Anna-Lena und viele Menschen wissen sehr gut was da passiert, aber es handelt sich eben oftmals um Leute mit gewissem Einfluß, an die man sich oft eben nicht „rantraut“ und da liegt oft das Problem. Viele Wissende schweigen dann lieber… leider…

  6. Wahre Worte, denn man kann nur erahnen, was hinter manchen Türen geschieht und nach vorne hin wird schön der Schein gewahrt. Erinnert mich an Udo Jürgens mit seinem ehrenwerten Haus.

  7. Mich hat das Gedicht auch sehr berührt und meine ersten Gedanken haben mich auch sofort an den Song von Udo Jürgens “ ein ehrenwerte Haus“ erinnert.

    Wünsche dir einen guten Start in die neue Woche.
    Gruß Piri

  8. Das Böse ist immer und überall. Ist leider nicht von mir. Ich glaube es ist eine Textzeile aus einem Song der Ersten Allgemeinen Verunsicherung.

    Dein Gedicht ist leider sehr nahe an der spießbürgerlichen Realität, die praktisch jeder kennt, jedoch gerne den Mantel des Schweigens darüber hüllt.

    1. Leider ist das so Sigurd, auch DAS gehört zu unserer feinen Gesellschaft, bloß nicht anecken, lieber die Klappe halten…

      Den Song mochte ich im übrigen sehr gern, wäre passend für deine Rubrik der vergessenen Songs. 😉

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