Zoologischer Garten… Teil 2

Im zweiten Teil meines Besuches im Magdeburger Zoo beginne ich mal mit den Großkatzen, welche ja immer sehr faszinierend sind. 🙂

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Weiße Löwen
Schon gewusst?

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Weiße Löwen sind eine natürlich vorkommende, aber seltene Farbvariante des Afrikanischen Löwen. Im Timbavati-Gebiet in Südafrika, das an den Krüger-Nationalpark angrenzt, lebt eine Population Weißer Löwen. Europaweit leben in 400 Zoos Löwen, aber nur in 50 Zoos gehören Weiße Löwen zum Tierbestand. Derzeitig leben nur 70 Weiße Löwen und 700 weitere Löwen in europäischen Zoos. Im Zoo Magdeburg gehören die Weißen Löwen seit eineinhalb Jahren zum Tierbestand.
Der Nachwuchs bei den Weißen Löwen ist der Erstzuchterfolg in Magdeburg.

Die weißen Löwen haben zur Zeit sogar Nachwuchs, ein Zwillingspaar, geboren wurden die Beiden am 26.04.2016, Namen haben sie noch nicht.
Vater „Madiba“, Herkunft: Zoo Amneville/Frankreich, geb. am 01.07.2012
Mutter „Kiara“, Herkunft: Zoo de Bassin d‘ Arcachon/Frankreich, geb. am 06.03.2013

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Die Baby werden per Hand aufgezogen von ihrer Ersatzmama Julia Forst, welhalb man sie bei den Eltern im Gehege leider nicht sehen kann. Bilder gibt es hier im Video…


Dieses Wochenende gab es die erste Spielstunde draussen für Besucher, aber wohl am Nachmittag. Ich habe sie leider nicht gesehen.
Die Elterntiere sind wunderschön, während Papa sich zum Ruhen hinlegte, war Mama ständig zum spielen aufgelegt und sprang einfach auf ihn.

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Sibirischer Tiger/Amurtiger
Panthera tigris altaica – Siberian Tiger

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Sibirische Tiger sind die größten katzenartigen Raubtiere. Sie unterscheiden sich von den anderen Unterarten des Tigers (Bengaltiger, Sumatratiger usw.) durch ihre Größe, das helle, langhaarige Fell und die weit auseinanderstehenden  dunklen Streifen. Ihre Schulterhöhe kann über 1 m betragen, aufgerichtet kommen sie bis auf über 3 m.
Es gibt nur noch etwa 300 Sibirische Tiger in freier Wildbahn. Ursache hierfür ist die Vernichtung des Lebensraumes durch den Menschen und jahrzehntelange Bejagung der schwindenden Populationen. Die Knochen und andere Körperteile werden auch heute noch in der traditionellen Medizin Südostasiens verwendet, obwohl seit 1987 ein generelles Handelsverbot für Tigerprodukte besteht und nie eine medizinische Wirkung nachgewiesen wurde. Somit sinken die Bestandszahlen trotz intensiver Schutzbemühungen weiter ab.
Die Tiere erreichen ein Gewicht von ca 300 kg und haben eine Lebenserwartung von ca 18 Jahren.
Leider habe ich vom Tiger nicht viel gesehen, ein kurzer Blick und schon war er wieder veschwunden.

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Schneeleopard
Uncia uncia – Snow Leopard

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Der Schneeleopard ist in den Hochgebirgen Zentralasiens beheimatet und lebt dort in Höhenlagen zwischen  1500 m und 5000 m. Durch sein langes, dichtes Fell ist er an unwirtliche Klimabedingungen hervorragend angepasst. Die mit einem Haarpolster bedeckten, großen Pfoten verhindern das Einsinken im Schnee. Zusätzlich ist sein Nasen-Rachenraum so ausgebildet, dass er die kalte Atemluft erwärmen kann, ehe sie in die Lungen gelangt.
Schneeleoparden sind wie viele andere Katzenarten Einzelgänger. Dennoch sind sie untereinander als Paar oder Familie recht verträglich. Der Vater beteiligt sich an der Jungenaufzucht.

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Obwohl sie nur ca 60 kg schwer werden, scheinen sie riesig, vor allem ihre Pfoten sehen gigantisch aus, die Fellzeichnung ist einzigartig schön. Sie werden ca 20 Jahre alt.

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Karpaten Luchs
Lynx lynx carpathicus – Eurasian Lynx

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In Europa sind die Luchsbestände stark dezimiert. Vielerorts wurden die Luchse sogar ausgerottet. Heute bemüht man sich stellenweise, Luchse wieder anzusiedeln. So läuft seit einigen Jahren ein Wiederauswilderungs-Programm im Harz. Offensichtlich ist dieses Bemühen erfolgreich, denn die ersten wild geborenen Jungtiere sind erwachsen geworden.
Die Sehschärfe des Luchses ist sprichwörtlich. Die Katze erkennt auf 75 m noch eine Maus, auf 300 m einen Hasen, auf 500 m ein Reh und auf 3000 m einen fliegenden Greifvogel. Luchse nehmen dabei vor allem Bewegungen wahr, auch wenn sie noch so gering sind. Der Lebensraum des Luchses behindert jedoch oft seine Weitsicht. Im Wald nützt ihm dann sein gutes Gehör.

Luchse sind ja sehr scheu und ich musste einige Zeit Geduld aufbringen um wenigstens diese Photos zu bekommen. Ich hoffe, dass diese schönen Tiere auch in unseren Regionen wieder eine Chance bekommen. Luchse werden ca 35 kg schwer und 24 Jahre alt.

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Hier noch einige Photos der „Grosstiere“ 🙂

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19 Kommentare zu „Zoologischer Garten… Teil 2

  1. wieder ein sehr interessanter Bericht.
    Die Eltern der weißen Löwen sind noch sehr jung und deshalb verzeiht man ihnen die Abneigung an den Löwenkinder.
    Unter der Aufsicht der Ersatzmutter gedeihen sie prächtig.

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  2. Für mich sind Zoologische Gärten zwar schön, aber man hält die Tiere in Gefangenschaft. Meist in vielen Generationen.
    Was einmal für die Arche Noah richtig war, muss nicht immer richtig sein.

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    1. Da stimme ich dir auch vollkommen zu, artgerechte Haltung ist das ganz und gar nicht und früher habe ich Zoos auch gemieden. Aber mittlerweile würde es viele Tierarten dank der genialen Rasse Mensch ohne Tiergarten gar nicht mehr geben… Gibt ja kaum ein Tier welches Mensch nicht vernichtet!
      Magdeburg ist auch nicht gerade ein Vorzeigezoo, das merkte ich ja auch an, es gibt bessere.
      Es ist traurig genug, dass wir Tieren ihren Lebensraum wegnehmen..
      Ich stehe beim Besuch auch im Konflikt mit mir selbst… würde die Tiere lieber in Freiheit wissen…

      Warum muss ich dich dauernd moderieren??? 🙄

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  3. Ein schöner Beitrag mit faszinierenden Tieren, besonders die kleinen Löwenbabys sind niedlich anzuschauen. Ich habe nichts gegen Tiere im Zoo. Dort geht es ihnen heute oft besser als in der freien Wildbahn.
    In den Zoologischen Gärten oder im Zoo können sich die Tiere, wenn man ihnen genug Raum lässt, frei bewegen, ohne das ihnen Gefahr von draußen droht. In vielen Fällen haben die Tiere heutzutage ihren natürlichen Lebensraum verloren.Jäger,Wilderei und der illegale Handel mit Jungtieren sind verantwortlich für das Aussterben der Tierarten. Auch hier ist wieder die Gier nach Geld und Gewinn die treibende Kraft, die Menschen dazu bringt, so grausam mit den Tieren und der Natur umzugehen.

    Gruß Piri

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    1. Es ist immer schwierig zu sagen Piri, du weißt ja wie ich dazu stehe, ginge es nach mir würden alle Tiere frei in ihrer natürlichen Umgebung in Frieden leben können, aber bei der Mentalität der Menschen scheint es eben unmöglich geworden zu sein. Das ist sehr schade. Von daher würde es viele Tiere ohne Zoo gar nicht mehr geben. Man kann eben auch nicht alle Anlagen gleich setzen, es gibt gute und auch schlechte und ich hoffe dass sich dahingehend noch viel bessern wird.

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  4. Schöne Bilder hast Du gemacht und die kleinen weißen Löwen werden bestimmt ein Publikumsmagnet. Tierbabys lassen das Herz höher schlagen, sie sind so knuffig. Doch wie schnell werden sie groß und dann ist mit ihnen nicht zu spaßen.

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  5. Vielen dank für die schöne Zooführung. Teile Deine Meinung bezüglich Wildtierhaltung voll und ganz …

    In den 70ern war mir der Zoobesuch noch ein wahrer Graus! Wenn auch die Empfindungen beim Zoobesuch zwiespältig, der Blick kritisch geblieben sind, ist es doch bemerkenswert, dass sich (ebenauch dank kritischem Denken) einiges bewegt – zum etwas Besseren gewendet hat.

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    1. So geht es mir da auch, bin nach wie vor kritisch, aber wenn man den Zoo heute mit dem der 70er vergleicht, hat sich doch einiges getan. Erinnere mich noch mit Grauen an diese Käfighaltung, das war echt zum heulen 😢 Heute gibt es doch schon einige Parks, wo Arten wenigstens eine Chance zum Überleben haben und… Mit etwas Glück verschwindet ja der Mensch eines Tages vielleicht doch noch von dieser Erde 🌍….

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  6. Schöne Fotos hast Du gemacht. , Besonders gefallen mir immer die Baby`s und die Jungtiere.
    Noch besser würde es mir aber gefallen wenn ich sie alle in freier Natur wüsste.

    Bei den Gedanken an Zoo´s bin ich immer geteilter Meinung. Sicher würde es einige Tiere ohne die Zoohaltung nicht mehr geben. Doch sollte man den Tieren mehr Raum geben.

    Danke für den Rundgang durch den Magdeburger Zoo.

    Lieben Gruß,
    Lilo

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    1. Da stimme ich dir ja in allen Punkten vollkommen zu Lilo, hatte es ja auch in den Kommentaren schon erwähnt, mein Verhältnis bleibt da auch immer etwas geteilt. Früher bin ich niemals in den Zoo gegangen, das war einfach nur tief traurig 😢, in den letzten Jahren hatte ich einige Anlagen gesehen, die doch besser waren und wohl für viele Tiere auch die einzige Chance als Art überhaupt zu überleben. Wünschen würde ich mir auch lieber andere Verhältnisse.

      Gefällt 1 Person

  7. Schöne Fotos hast Du gemacht. Besonders gefallen mir immer die Baby`s und die Jungtiere.
    Noch besser würde es mir aber gefallen wenn ich sie alle in freier Natur wüsste.

    Bei den Gedanken an Zoo´s bin ich immer geteilter Meinung. Sicher würde es einige Tiere ohne die Zoohaltung nicht mehr geben. Doch sollte man den Tieren mehr Raum geben.

    Danke für den Rundgang durch den Magdeburger Zoo.

    Lieben Gruß,
    Lilo

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