Hundegeschichten… Franca 1

FRANCA

24. April 1993
26.April 2011

by JanJan
by JanJan

Franca, eine Mischung aus Dobermann und noch irgend was… war für uns ein ganz besonderer Hund und ist es bis heute!

Damals lebten bereits Timmy und Francine bei uns, die aber beide auf Grund von Charakter bzw Alter nicht geeignet waren für sportliche Aktivitäten. Ich wünschte mir noch einen Kumpel zum joggen, Rad fahren und einen Begleiter für meine Inliner… Wenn ich mal wieder in der Hecke hänge…

Also gingen wir… Ja klar ins Tierheim natürlich… Schauten uns dort um, wurden begrüßt von vielen tollen Hunden in allen Größen und Farben, die sich stürmisch und fröhlich in Szene setzten und alle gerne mit wollten. Unser Blick fiel jedoch auf einen Zwinger, in welchem ein großer schwarzer erwachsener Hund schüchtern und traurig seine Schnauze durch die Gitterstäbe steckte. Die Menschen liefen achtlos vorbei, aber uns faszinierte dieser Hund sofort!
Eine Hündin, mager, der Wind blies durch die Rippen, ca 3-4 Jahre alt, von der man nichts wusste, sie streunte länger durch die Straßen von Maastricht und niemand schien sie zu vermissen… Unbegreiflich…
So landete sie im Tierheim…

Zurückhaltend war sie, fiel nicht gleich jedem um den Hals und wurde so wohl leicht übersehen, dazu noch groß und schwarz… Zart kraulte ich ihr die Schnauze, sie drückte sich gegen die Gitterstäbe und wir beschlossen einen Spaziergang zu machen.
Bereits danach war ich überzeugt, mein Bauchgefühl sagte mir DAS passt, einen Namen hatte sie auch noch nicht und so nannten wir sie Franca.

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Auch Hund schien ein gutes Bauchgefühl zu haben zur Wahl ihrer neuen Rudelführer, sprang nach dem Spaziergang gleich auf meinen Schoß und schleckte mir erst mal voll über’s Gesicht.
Das Eis war gebrochen… Wir hatten uns gefunden und ab ging’s nach Hause!

Da angekommen schaute Franca erstmal erstaunt in die Runde, denn… da warteten ja bereits zwei Artgenossen. Die erste Begegnung verlief ruhig und unspektakulär, die Fronten waren schnell geklärt, Francine war die Chefin und Franca passte sich an… Es lief problemlos…

Wir beschlossen etwas später gleich noch mal eine schöne Hunderunde zu drehen, was sich erstmal gar nicht so einfach gestaltete wie gedacht, denn auch Franca weigerte sich die Wohnung überhaupt zu verlassen. Das gleiche Problem hatten wir ja anfangs auch mit Timmy, nur im Gegensatz zu ihm, setzte sie zur Gegenwehr nicht die Zähne ein, sondern drückte sich einfach auf den Boden.
Mit viel Zeit und Geduld schafften wir es natürlich auch irgendwann vor die Tür, nur an entspanntes Laufen war nicht zu denken, Franca wollte einfach nur eines: ZURÜCK NACH HAUSE!

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Also Schlüssel geholt, rein ins Auto und erstmal woanders hingefahren… Suuuuper Idee, klappte prima, Menschen und Hunde waren begeistert, Franca lief ganz fröhlich mit, bis… Jaaaa bis sich der Karabiner an der Leine plötzlich löste…
Der Supergau!  Denn noch bevor wir reagieren konnte, drehte sich Franca einfach um und rannte wie angeschossen zurück… Schock… Zwischen uns und zu Hause lag eine befahrene Strasse!  Im Kopf hatte ich schon die schlimmsten Bilder… Wir rannten und rannten was das Zeug hielt und kamen irgendwann halbtot am Auto an und wer saß da schwanzwedelnd davor??  Genau FRANCA!!
Puh wir waren sooo erleichtert, kann sich niemand vorstellen, da wurde einfach erstmal mit Tränen der Erleichterung gekämpft und geknuddelt…
Die nächsten Runden fanden dann selbstverständlich vorläufig mit doppelter Leinensicherung statt!

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Auch der nächste Tag war recht lustig…
Die Hunde vertrugen sich ja gut, also kein Problem mal eben schnell einkaufen gehen. Ooooookay… wir kamen zurück und trauten unseren Augen nicht! Woran wir nicht gedacht hatten… Im Nebenzimmer stand eine grosse Plastiktonne mit Hundefutter MIT DECKEL verschlossen, war nie was passiert, aber… Franca hatte sie offen bekommen… jaaaaa cleveres Mädchen! 🙂 Sie muss gefressen und gefressen haben, bis sie nicht mehr konnte und… was rein kommt, muss natürlich auch wieder raus…. inklusive Hund fraß so viel bis sie kotzen musste…
Nun ja, da saß sie dann mit treuem Blick, pappsatt, schlecht war ihr und schaute unschuldig in die Luft… konnten wir auch nicht böse sein….

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56 Kommentare zu „Hundegeschichten… Franca 1

  1. Was für eine schöne und herzerwärmende Geschichte von Franca. Was für ein Glück für Tiere wie sie, dass es dich und deinen Mann gibt. Ich in meiner kleinen Mietwohnung könnte einen Hund in Francas Größe gar nicht halten. Und ich würde es auch nicht wollen. Man muss auch als Mensch seine Grenzen kennen, finde ich, denn mit falsch verstandener Tierliebe tut man dem Tier auch keinen Gefallen.
    Francas Verhalten erinnert mich an ein Kind, das auch erst einmal alles ausprobiert und dabei maßlos ist. Sehr, sehr liebenswert.

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    1. Da stimme ich dir voll zu, habe ja auch einige Jahre schweren Herzens auf Hunde verzichtet durch Ausbildung und Studium passte das einfach nicht. Jetzt haben wir unser Leben genau darauf angepasst, die Hunde sind ja immer dabei.

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  2. Wie schön, da geht einem das Herz auf. Ich glaube in einen Deiner Blogs hast Du Franca schon mal erwähnt, das mit der Leine kam mir bekannt vor. Die arme Franca war froh ein zu Hause gefunden zu haben und hat Anfangs bestimmt gedacht als sie raus sollte, sie wird wieder ausgesetzt. Da war die Angst bestimmt groß. Zum Glück ist es gut ausgegangen.

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      1. Das ist was schönes. Wenn meiner nicht mehr ist, aber er wird ein langes Leben führen, werde ich mir auch aus dem Tierheim ein Hündchen retten. Luki hab ich von einer Freundin meiner Schwester, deren Hund geworfen hatte. Da endlich hatte ich mir mein Traum erfüllt, denn ich wollte schon als Kind immer einen Hund und durfte nicht.

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        1. Es ist immer eine gute Entscheidung, bis auf Sharai kommen alle unsere Hunde aus dem Tierheim oder vom Tierschutz und sie waren alle toll. Verstehe nicht, warum viele Menschen so eine Hemmschwelle davor haben.
          Ohne Hund möchte ich einfach nicht leben… WOZU??

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                  1. Ich muss mich ja unter Menschen bewegen, hab 4 Kinder und da bleibt das nicht aus.
                    Man lernt irgendwann damit klar zu kommen. Manchmal ist es Stress und wenn ich dann endlich zu Hause bin, fällt der ganze Druck von mir hab, welch eine Erleichterung dann.

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              1. 😅😅😅Also Latsch ist der normale Hausschuh, auch Tuchpantoffel gennant und Bommel, ist die Bommel auf diesem Tuchpantoffel, so ein Ding, wie an einer Mütze. Ich lach mich schlapp…😉 Ich muss lachen, dass ist so schön, vielleicht sollte ich Latsch und Bommel posten.
                Umgangssprachlich sagt man zu gut funktionierenden Paaren, die passen zusammen wie Latsch und Bommel, also sie bilden so etwas wie eine Einheit.
                Vielleicht sollten wir ein Comic daraus machen… 😉

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