Hundegeschichten…  Dustin 2 

Dustin 1
Wir kamen vom Spaziergang und wie bei uns üblich, gingen wir als erste durch die Tür, riefen die Hunde dann der Reihe nach rein, zwecks Säuberung der Pfötchen, ein Ritual, welches wir seit jeher so halten.
Timmy war vor Dustin an der Reihe, wie bereits gesagt ein schwieriger Hund, der an diesem Tag meinte es wäre eine gute Idee, mal wieder Zähne zu zeigen und versuchte meinen Mann zu beissen… Keine gute Idee, wenn Dustin hinter ihm stand, er der sein Herrchen sogar gegen Löwen beschützt hätte!

Es kam also was kommen musste, wir hatten zwei Rüden im Flur die sich ineinander verbissen hatten. Nicht sooo schlimm, wir konnten sie schnell trennen, schickten einen nach rechts, einen nach links und dachten die Sache wäre gegessen… Es herrschte eine merkwürdige Stille zwischen den beiden, Dustin beobachtete fortan seinen Gegner sobald er sich dem Gatten auch nur näherte…  Nein, es war nicht vorbei, nur folgte etwas womit selbst wir nicht gerechnet hatten…

Einige Tage später gingen wir mit allen Hunden am Strand spazieren, alles war friedlich, bis Timmy knurrend an meinem Mann vorbei lief, sich Richtung Wasser von uns entfernte. Wie ein Blitz kam Dustin angeschossen packte ihn am Genick und…  Nein er hat ihn nicht gebissen, sondern in’s Wasser geschleift und untergetaucht! Sowas hatte ich im Leben noch nicht gesehen! Wir rannten in’s Wasser, mussten Timmy quasi vor dem Ertrinken retten…
Nach diesem Vorfall… war Ruhe, die Fronten waren geklärt!

Die Jahre mit ihm waren wunderschön und ich möchte keinen einzigen Tag davon missen.
2002 verstarben Francine und auch Timmy und da Dustin und Franca so ein tolles Team waren, beschlossen wir es bei den beiden Hunden zu belassen, es war einfach harmonisch und perfekt.

Leider war uns das Glück nicht so lange hold, wie wir uns das wünschten… Eines Tages bekam Dustin Durchfall, wollte immer weniger fressen und wurde müder. Wir reisten täglich von Tierarzt zu Tierarzt und niemand konnte helfen, keine Diät, keine Medikamente oder Spritzen brachten irgend eine Besserung.
Dann der schwarze Tag meines Lebens, wir hatten einen Termin in der Tierklinik, fuhren mit dem Auto dahin und nie werde ich diese letzte Fahrt vergessen! Dustin, der sonst immer im Auto lag, saß jetzt kerzengerade da und schaute aus dem Fenster auf die vorbei fliegende Landschaft…  Er sog die Bilder in sich auf, als hätte er da schon gewusst, dass er das alles nie wieder sehen würde…

Eine Magenspieglung wurde gemacht und “etwas” wurde gesehen… Er wurde vorbereitet für den OP und niiiiiemals werde ich seinen letzten Blick vergessen und den letzten feuchten Kuss, mit dem er sich von uns verabschiedete, als ob er bereits wusste, dass er über die Regenbogenbrücke gehen würde… Er war so unglaublich liebevoll…

Wir warteten ungeduldig, um bereits kurze Zeit später die schreckliche Diagnose zu bekommen. Mit gerade mal 5 Jahren hatte ihn der Krebs befallen, bereits alle Organe und sogar die Wirbelsäule waren befallen. Der Tierarzt sagte uns, er hätte keine 24 Stunden mehr überlebt. Es war vorbei, wir mussten Abschied nehmen…

Dieser tapfere kleine Kerl, er versuchte bis zur letzten Minute “gut drauf zu sein” und Freude zu verbreiten und vom ersten Durchfall bis zu seinem Tod war nicht mal eine einzige Woche vergangen.
Ich hatte meinen über alles geliebten Freund verloren, es war ein Schock ohne Ende… Auch Franca litt sehr unter diesem Verlust, sie war plötzlich traurig und lustlos, nach all den Jahren war sie Einzelhund, was sie so gar nicht mehr kannte.

Ein Gefährte über dessen Tod ich bis heute nicht richtig hinwegkomme und dessen Verlust ein tiefes Loch in meine Seele riss.

Ich hoffe, es geht dir jetzt gut mein Herz… ❤

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30 Kommentare zu „Hundegeschichten…  Dustin 2 

  1. Hallo JanJan,
    wieder eine unheimlich berührende und leider auch traurige Geschichte, von Dustin, der nur 5 Jahre jung, muss man da wohl sagen, werden durfte. Das war schon ein unglaublich lieber Hund, so wie du ihn beschrieben hast.

    Besonders diese Stellen gingen mir ans Herz.

    „…nie werde ich diese letzte Fahrt vergessen! Dustin, der sonst immer im Auto lag, saß jetzt kerzengerade da und schaute aus dem Fenster auf die vorbei fliegende Landschaft… Er sog die Bilder in sich auf, als hätte er da schon gewusst, dass er das alles nie wieder sehen würde…“

    „… und niiiiiemals werde ich seinen letzten Blick vergessen und den letzten feuchten Kuss, mit dem er sich von uns verabschiedete, als ob er bereits wusste, dass er über die Regenbogenbrücke gehen würde… Er war so unglaublich liebevoll…“

    „…Dieser tapfere kleine Kerl, er versuchte bis zur letzten Minute “gut drauf zu sein” und Freude zu verbreiten…“

    Einfach wunderbar und ein Geschenk so ein Hund, eine Freundschaft wie sie nicht größer sein könnte.
    LG Hubert

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    1. Danke Hubert, Dustin hatte und hat auch einen besonderen Platz in meinem Herzen 💕 ich liebte alle unsere Hunde, keine Frage, aber er entsprach natürlich zusätzlich noch meiner persönlichen Traumvorstellung, er hatte nicht nur äußerlich, sondern auch von seinem Wesen sehr viel vom Schäferhund meiner Kindheit. Ich glaube so etwas bindet immer ganz besonders. Dieser Hund damals brachte mir quasi das laufen bei 😉

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    1. Puh, da muss ich mal durchzählen…. Glaube… Seit ich erwachsen bin neun eigene Hunde, +4 in der Kindheit und dann kommen noch Hunde dazu die zeitweise hier gelebt haben (Pflegehunde, Urlaubshunde, Hunde in Ausbildung…) und JEDER war anders und auf seine Art etwas Besonderes… ♥

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  2. Ach @JanJan das sind berührende Geschichten, reißen bei mir jedoch stets noch nicht gut verheilte Wunden wieder auf. Besonders Deine Schilderung der letzten Fahrt, da kam einiges wieder hoch.

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  3. 😭😭😭 oh mensch… so was nimmt mich immer total mit. Tiere spüren so viel. Es gab auf arte vor kurzem eine Reportage, dass alle Säugetiere das gleiche Gefühlsrepertitoire ( oder wie das heisst) haben. Seitdem bin ich komplette Vegetarierin. Das hat mich irgendwie nicht mehr los gelassen.

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    1. Ja natürlich, warum sollte das auch anders sein? Im Prinzip sind wir, wie alle Säugetiere ja gleich „ausgestattet“, selbst das Gehirn weißt da nur geringe Unterschiede auf. Treffen wir nicht selbst oft sogar auf Hunde, die uns charakterlich ähnlich sind. Wenn ich mir meinen Hund Sharai zum Beispiel so ansehe, finde ich sehr ähnliche Verhaltensweisen zu mir, auch sie wirkt durchaus wie ein Autist.
      Wer Tieren Gefühle abspricht, hat nie eines kennengelernt! Und nicht nur Säugetiere… Erinnern wir uns an Vögel, zum Beispiel Schwäne in ihrem Sozialverhalten, in ihrer Trauer, wenn sie den Partner verlieren… Sehr menschliche Züge werden wir finden.

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  4. Eine zu Herzen gehende Geschichte, man hätte Dustin noch viele schöne Jahre bei Euch gegönnt, doch das Schicksal hat anders entschieden und das tut heute noch weh. Er hatte schöne Jahre bei Euch, vielleicht ist Dir das etwas Trost.

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  5. Huhu! Vielen Dank für deinen Beitrag! Die Überschrift hat mich schon gepackt! 😀 :D…wir hatten daheim auch immer Hunde. Nun musste ich aber leider aus beruflichen Gründen wegziehen und bin nur noch selten bei meinen Eltern und ihren Fellnasen :///….manchmal vermisse ich sie ganz schön. Also meine Eltern natürlich auch 😀 :D…..naja, jetzt gerade bin ich auch ert für 3 Tage mit einer Freundin zum wellness südtirol meran und dann geht es direkt wieder in die Heimat :)) <3….also danke für deine Geschichten, werde wohl öfter mal hier vorbei schauen 😉 :D…LG Nora

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