Das merkwürdige Kind… 

Erinnert ihr euch noch an eure Kindheit und was ihr empfunden habt, wenn sich Besuch angekündigt hat?

Ich denke mit Grauen daran zurück…  Heute kann Kind sich ja vielleicht noch hinter’m Smartphone verstecken oder in’s Kinderzimmer verschwinden…. Ich hatte damals weder das eine, noch das andere, also blieb nur die Flucht nach draussen. Bei einer Person hat das auch noch ganz gut funktioniert, aber der wahre Horror hatte ja noch einen Namen: FAMILIENFEIERN!! Echt… einfach zum sterben schön….

Geburtstage oder die absolute Krönung Weihnachten, boah ich habe das schon als Kind gehasst! Es herrschte natürlich Anwesenheitspflicht, die Familie hatte komplett zu erscheinen und die Kinder saßen gefälligst wohlerzogen am Tisch!
Ich mochte weder diese Erwachsenen und schon gar nicht diese anderen Kinder, die brav lächelten und nach Aufforderung aufstanden und Lieder sangen….  ALLE… Außer mir!
Jaaaa ich war schon auffällig, unerzogen und für die Stiefeltern äußerst peinlich. Ich erinnere mich heute noch wie mein Stiefvater wutentbrannt mit hochrotem Kopf mich jedes Jahr auf’s neue anschrie, ich solle nun sofort singen… Leider erfolglos… Dumm gelaufen….
Kennt ihr das, wenn jemand einfach nur teilnahmslos und stumm wie ein Stockfisch da steht und in’s Leere starrt? Ja genau DAS war ICH!  Da half kein Schreien und auch sonst nichts…

Toll war das auch, wenn ich alleine zu Hause war. Grundsätzlich habe ich ja dann alle Türen von innen verriegelt… So nach dem Motto: Niemand zu Hause!  Habe mich auch nie getraut überhaupt Radio anzumachen oder sonst irgendwas, was man hören konnte. Mucksmäuschenstill hockte ich einfach immer nur da und hoffte, dass niemand kommt. Wenn jemand klingelte oder rief, hielt ich mir einfach die Ohren zu.
Ganz absurd wurde das, wenn meine Stiefschwester vor der Tür stand und brüllte: „Bist du bescheuert?  Mach die Tür auf, ich weiß genau, dass du da bist! “
Dann saß ich irgendwo auf dem Boden, Augen zu, Ohren zu und Luft anhalten, bis sie irgendwann endlich aufgab und verschwand…

Jaaaa so ein bisschen merkwürdig war ich ja schon immer…  😉

Ich weiß auch nicht, ob das jetzt lustig ist, selbst kann ich darüber ja lachen, wie meist über mich selbst. Könnte das jetzt auch einfach abtun unter „Kindereien“, muss aber gestehen… Ich bin heute noch immer so… Also nicht so, dass ich noch immer am Boden klebe, aber dieses „niemand zu Hause“ habe ich beibehalten… 

By Pixabay
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92 Kommentare zu „Das merkwürdige Kind… 

  1. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich mich als Kind gefreut wenn Oma, Opa, Tante und Onkel zu Besuch kamen. Heute ist die Freunde bei dem ein oder anderen Besuch nicht mehr sooo groß 😉

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                    1. Obwohl alle Hunde autistisch sind, laufen sie hinter den gleichen Ball, den nur ein Hund haben kann.
                      Hunde lassen nie die Beute teilen.
                      Canis rettet immer nur ein Mädchen.

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  2. Als Kind fand ich Familienfeiern toll. Wir Kinder durften länger aufbleiben und von den ganzen leckeren Sachen, die es immer nur zu solchen Festlichkeiten gab, ganz zu schweigen.
    Heute verzichte ich meistens auf solche Feierlichkeiten. Ab und zu fahren wir zwar hin, aber bleiben höchstens eine Stunde. Heute habe ich lieber meine Ruhe, keinen Bock auf Stress. Mir ist spontaner Besuch am liebsten. Meine Nichte z.B., sie klingelt, kommt ‚rein, wir trinken ’nen Pott Kaffee und klönen einen Augenblick. Dann huscht sie wieder davon 🙂
    Ich habe während meiner ersten Ehe Feiertage gehaßt! Wir mussten hl. Abend bei meinen Schwiegereltern aufschlagen und Friede, Freude, Eierkuchen geben.ich hatte keinen Bock mit Kind und Kegel, Geschenken und allem jedes Jahr dahin. Ostern das gleiche.
    Bin froh dass das vorbei ist!

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    1. Nee also ich konnte ja als Kind schon nicht mit anderen Kindern und in gerade bei Familienfeiern kamen da so einige, die waren alle so anders als ich, das ging gar nicht!
      Spontane Besuche?? Um Himmels Willen, das ist Horror pur! Zu uns kommt ja selten noch jemand und wenn möchte ich das schon eine Woche vorher wissen.

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      1. Naja, wir waren ja selbst 8 Kinder und andere kamen nicht. Erst später, als meine älteren Schwestern selbst Kinder hatten. Und die hat man ja eh öfter gesehen.
        Ich mag es nicht, wenn Besuch so „offiziell“ ist. Ich hab dann immer das Gefühl dass alles blitzen muss und dass ich hin und her laufen, die „Gäste“ bedienen soll. Ungezwungen, mal so zwischendurch gefällt mir besser. Wer unangemeldet kommt, muss es so nehmen wie es ist. Meine Mutter hat immer gesagt: „5 sind geladen, 8 sind gekommen. Tu Wasser zur Suppe, heiß alle willkommen“ 🙂

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  3. Ich kann dich da verstehen und ich bin ebenfalls ein Mensch, der bis heute auch nicht zur Tür geht wenn es klingelt, ich aber keinen Besuch erwarte. Meine Freunde wissen das und wenn sie es dann sind, dann rufen sie an: Ich bins! Mach auf!:-) Das funktioniert und ich bin auch nicht gewillt mein Verhalten dahingehend zu ändern:-)

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    1. Das mit dem Anrufen muss man bei uns auch, wenn man unerwartet kommt… Egal, wie viele zu Hause sind. in 9 von 10 Fällen klingelt bei uns nämlich nicht die Klingel, sondern der Papagei, sodass wir sehr gut drin sind, das Geräusch einfach wegzuignorieren. (Festnetzanruf dito, die Handies vibrieren zum Glück, wenn sie was wollen).

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        1. Das sagst du aber nur solang, bis er die Vogelversion von einem Schreikrampf hinlegt, weil der Roomba nicht mehr geht. (Leider kann man Papageien so schlecht erklären, dass das Ding mal Ladepause braucht… da ist die mentale Kapazität dann nicht ausreichend.)

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          1. Schreikrampf ist ganz übel! Wir hatten früher mal so einen Vogel in der weitläufigen Nachbarschaft, glaube einen Kakadu (kann das sein?), der schrie sooo schrecklich, das die direkten Nachbarn die Polizei riefen, weil sie dachten da wird jemand umgebracht.

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            1. Kakadus sind jedenfalls öfter mal laut, kann also gut sein.
              Der Papagei „brüllt“ zum Glück „nur“ die Startgeräusche vom Roomba , springt dabei mit viel Geflatter auf und ab und haut mit dem Schnabel auf die Starttaste. Dummerweise interessiert das den Staubsauger nicht mehr, wenn die Batterie mal leer ist…

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  4. Damit wurde ich als Kind nie wirklich konfrontiert, kann also auch nicht wirklich mitreden.
    Denn stamme zwar aus einer Großfamilie, aber meine Eltern flohen im Krieg von Schlesien (damals noch deutsch) nach Bayern und alle Verwandten samt Großeltern blieben „drüben“ im späteren Polen.
    Hätte damals schon etwas mehr Verwandtschaft als nur Geschwister gehabt, aber inzwischen bin ich froh, dass es so ist wie es ist.😉

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    1. Na ja, ursprünglich stamme ich auch aus einer großen Familie, also die meine eigene war, glaube da war der Horror nicht ganz so groß. 🙂
      Deine Familie lebt heute noch in Polen? Das ist doch schön ♥

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  5. Ich finde bei Familienfeiern ist der Vorteil des größeren Autistenanteils bei uns schon sehr greifbar.
    Weihnachten: Es gab Raclette. Wer zum Essen kommt setzt sich an den Tisch, wer nicht zum Essen kommt, isst entweder später Reste oder macht sich was eigenes (nur nicht während die anderen Essen – wer nicht zum Tisch kommt, isst später. Bei uns nicht nur zu Weihnachten, sondern immer).
    Dann in der Tat Anwesenheitspflicht für 5-10 Minuten, Geschenke in Empfang nehmen, und es hat das Wort „Danke“ zu fallen. Dann blieb wer mochte, wer nicht mochte, verzog sich in sein jeweiliges Zimmer und kam bei Bedarf (oder wenn ihm die mitgenommenen Plätzchen ausgegangen sind) wieder (der Teil funktioniert heute nicht mehr so gut, weil die meisten von uns ja keine Zimmer mehr bei den Eltern haben…).
    Meistens stehen am Ende dann entweder alle ums Teleskop oder legen Puzzle oder es wird irgendwas gebastelt (Wir haben zu Weihnachten neben diversen LEGO-Robotern auch schon mal ein Radio produziert, weil wir zufällig die Teile dazu hatten. Ist das arg komisch?). Oder es liegt am Ende wieder ein Ausdruck des Voynich-Manuskripts (ewige Lieblingsbeschäftigung bei uns) im Wohnzimmer verteilt und jeder sitzt mit Notizblock und Stift da und tüftelt.
    Wer in die Kirche gehen will, verlässt dann um halb zehn das Haus, und wer nicht in die Kirche gehen will, sich aber zuvor im Wohnzimmer aufgehalten hat, ist dafür zuständig, dass aufgeräumt ist, bis die Kirchgänger wiederkommen.
    Ich empfinde unser Weihnachten eigentlich als recht entspannt. (Was nichts dran ändert, dass ich Weihnachten nicht bräuchte, weil ich mit Religion nichts am Hut habe…)

    Bei Besuch war die Regel:
    Wähle
    a.) Du kommst ins Erdgeschoss runter: Dann sagst du höflich guten Tag, beantwortest Fragen, die der Besuch stellst, und entschuldigst dich, wenn du wieder gehst.
    oder
    b.) Du bleibst im ersten Stock (da sind die Kinderzimmer, die Hausbibliothek & Mehrzweck-/“Party-„raum), und die Musik darf nicht über Zimmerlautstärke sein.

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    1. Das klingt doch ziemlich gut und auch entspannt. Muss toll sein, wenn man selbst so die Wahl hat. Ihr habt ja auch wirklich tolle Sachen zusammen gemacht, Respekt..
      Bei uns war das nur ein Krampf, denn selbst die Erwachsenen untereinander konnten sich ja im Grunde nicht mal leiden und so war das alles eine Pflichtveranstaltung… Ätzend… Das fing schon beim essen an… Es wird gegessen was auf den Tisch kommt, jeder bleibt sitzen, bis alle fertig sind, wobei die Kinder immer am Katzentisch plaziert wurden…
      Bin froh, dass das alles vorbei ist…

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      1. Wenn die Erwachsenen auch eigentlich gar nicht wollen, sehe ich da auch null Sinn dabei.
        Zu Essen gibt es bei uns bei Feiern bis heute Raclette, Fondue oder ähnliches, also irgendwas, bei dem man einfach eine große Auswahl Zutaten auf den Tisch stellt, und jeder stellt sich selbst zusammen, wie es ihm genehm ist, wir Vegetarier nehmen eben Kartoffelscheiben unters Gemüse im Raclette, die Meeresfrüchteliebhaber können trotzdem ihre Shrimps essen, und wer nichts grünes essen will nimmt sich halt nichts grünes.
        Sitzenbleiben bis alle fertig, das kam bei uns drauf an, wo man saß. Also normal zum Essen hatte natürlich jeder seinen festen Platz, aber bei Feiern usw. löst sich die Sitzordnung einfach aufgrund der größeren Anzahl auf. Eine Familienfeier im „Kleinen Kreis“ fängt bei uns halt bei 12 Personen an… Aufstehen durfte man nach Bedarf, sofern man keinen dabei stört. Hieß praktisch, setze ich mich in die hintere Ecke, mit zwei Wänden neben mir, muss ich mit dem Aufstehen dafür warten, bis die Bahn frei ist. Wer vorne im Durchgang sitzt, hat zwar beim Essen ständig auf allen Seiten Gedöns um sich, kann aber gehen wenn’s ihm passt. Und es galt „aufgestanden ist aufgestanden“: Wer nach der Suppe geht, kann nicht zum Nachtisch wiederkommen, sondern muss eben auch warten, bis fertig gegessen ist und der Essplatz geräumt ist, bevor er sich was holt. (Nachspeise war üblicherweise abgezählt, man fand seine Portion dann schon noch im Kühlschrank vor. Es ging dabei nicht ums Bestrafen fürs Aufstehen, sondern darum, dass es eben für die noch Essenden störend ist, wenn ständig Leute kommen und gehen.)
        Ich finde das mit dem Wahl haben auch für Nicht-Autisten eigentlich gut, und denke Kinder sollten zu einem gewissen Grad schon selbst bestimmen dürfen, was ihnen angenehm oder zu viel ist. Natürlich im Rahmen, bestimmte Anstands-/Höflichkeitsformen sind zu wahren.
        Es gab bei uns auch z. B. die Vorgabe, man fährt um die Weihnachtszeit mal die „andere“ Oma besuchen. D.h. es musste jeder mindestens einmal antreten. Bevor man selbst fahren konnte, waren die Vorgabezeiten, die zur Auswahl standen, 1. Weihnachtsfeiertag, 2. Weihnachtsfeiertag, Neujahr, Dreikönig. Da konnte man sich dann halt entscheiden, wollte man es schnell hinter sich bringen, lieber bis zum Ende der Ferien abwarten… versuchen auszutüfteln wann die wenigste andere Verwandtschaft da ist… nur einmal musste sein. Später wurde, solange die Oma noch lebte, auch weiter erwartet, dass man zwischen dem 25.12. und dem 6.1. einmal dort aufschlug. Mit eigenem Auto konnte man natürlich eher einen Zeitpunkt suchen, an dem nicht so viele da waren, bzw. ohne reinzugehen einfach wieder fahren, wenn schon andere Autos rumstanden, und später wiederkommen.
        Was ist ein Katzentisch?

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          1. Ah! Ja, sowas hatte meine „andere Oma“ auch. Und meine Uroma… dort gab es „vor meiner Zeit“ auch noch einen Großonkel, der sich wohl immer zur Aufsicht mit dazusetzte und allen auf die Nerven ging, das erzählt die Generation meiner Mutter heute noch…

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  6. Ich hatte das große Glück, in einer Familie aufzuwachsen, in der man bei Familienfeiern etwas vorträgt wenn man möchte.
    Wenn man nicht möchte, dann eben nicht.
    Und das habe ich auch bei meinen beiden Mädels beibehalten.
    Meine Schwägerin z.B. findet es ja so süüüüß, wenn Kinder Gedichte und Lieder vortragen.
    Darum wollte sie auch meine Kinder wie dressierte Zirkuspferde vorführen.
    Dazu kam es aber nie
    Meine Töchter wollten nicht und mussten deshalb auch nicht, denn sie bekamen volle Rückendeckung von mir.

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            1. War eigentlich fast nie eine Frage. Mit Ausnahmen. Sternsinger durften wir nie machen weil „wir gehen nicht betteln“. War etwas blöd, weil wir (katholischer Haushalt) alle Ministranten waren, und erklär mal mit 10 Jahren deinem Kaplan dass du nicht zum „Dienst“ antrittst…

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                1. Jo, ich sag mal 30 Jahre später muss man an so was nicht mehr unbedingt knabbern. Was ich jetzt so nicht mehr nachvollziehen kann ist, warum wir nicht genau das gesagt haben: Unsere Eltern wollen das nicht. Ich glaub‘, Kinder muss man nicht immer verstehen, auch dann nicht, wenn man selbst das Kind war.

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  7. Also unsere Familienfeiern früher waren einfach klasse. Ich habe daran nur gute Erinnerungen, obwohl ich heute keiner bin, der gerne feiert. Was habe ich meine Großeltern geliebt. Sie waren der Mittelpunkt der Familie und bei ihnen wurden die meisten Familienfeste gefeiert und mein Opa war ein echter Animateur. 😉

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  8. Ich kenn das auch. Wenn es bei uns zu Hause klingelt und ich nicht weiss, wer das ist, dann mach ich nicht auf. *totstellen* Genauso handhabe ich es mit dem Telefon. Egal auf welchem, wenn ich die Nummer nicht kenne, gehe ich nicht dran. Kenne ich die Nummer, entscheide ich, ob ich drangehen möchte – was mir meistens in dem Moment nicht in den Kram passt, weil ich mich erstmal drauf vorbereiten müsste. Einzig bei meinem Schatz und den Kindern gehe ich sofort dran.^^ Besuch mag ich spontan überhaupt nicht. Ich möcht erstmal die Chance haben, die Wohnung so aufzuräumen, dass ich Jemanden reinlassen kann (also eigentlich nie) und möchte mich auch drauf vorbereiten können.
    Als Kind war ich nicht gern allein in der Wohnung, aber gern allein in einem Zimmer und habe da die Ruhe genossen. Ich habe es gehasst, wenn nach einer gewissen Zeit im Flur Patroille (schreibt man das so?) gelaufen wurde, wenn ich zu lange auf dem Klo gesessen oder im Badezimmer in der Badewanne gelegen habe. *grusel*
    Feiern empfand ich nie wirklich spannend – nur durfte ich dann immer die Pralinen schön anrichten und wurde dafür gelobt. Das fand ich toll. Süsses konnte ich dann generell mehr und unbeobachteter verdrücken und ass eigentlich immer mehr, als ich vertrug. Ansonsten war es meistens langweilig.
    Weihnachten fand ich als Kind immer toll – Geschenke auspacken und das vorfinden, was man sich gewünscht hat. Super! Ich habe auch nie Geschenke vorab gesucht, weil ich mir nicht die Überraschung verderben wollte. Wobei ich sonst Überraschungen überhaupt nicht mag. Nur einschätzbare…
    Weihnachten und Feiern heute finde ich meistens anstrengend – weil ich, wenn, dann gern was schenken möchte, was zum Beschenkten auch passt und nicht nur einfach Geld oder Gutscheine. Das macht es of schwierig und ich kann manchmal nicht erkennen, ob der andere sich wirklich freut und die Mühe anerkennt. Ich selber habe Schwierigkeiten, mich wirklich zu freuen, wenn es etwas ist, was ich eigentlich gar haben möchte oder was ich gar als „Angriff“ empfinde (wenn Schwiegermonster z. B. Duschzeug zu Weihnachten schenkt, also billiges aus dem DM… stinke ich??)….
    Ausserdem finde ich es immer doof, dass es immer nach der älteren Generation gehen muss, wie Weihnachten zu laufen hat. Ich kenne es gar nicht anders, dass es nie nach meinen Vorstellungen geht. Mittlerweile ist aber mein Schatz auch der Meinung, dass wir unsere eigene Familientradition aufbauen können. 🙂

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    1. Tzzz mit der Wohnung putzen da erinnere ich mich noch am Besten, wenn früher meine Uroma kam, sie fuhr sogar mit weißen Handschuhen über die Schränke um zu schauen, ob es sauber war.
      Ich war als Kind schon immer am liebsten alleine, egal wo,egal wann, Hauptsache niemand da.
      Heute hat sich das Thema Weihnachten zum Glück erledigt, nichts als ein grausiger Rückblick.

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  9. So steif ging es bei uns zum Glück nicht zu. Meine Mutter war viel zu locker, die Feste waren eher fröhlich. Nur je mehr Besucher kamen, um so stiller wurde ich. Das wurde dann als komisch aufgefasst, weil ich mich nie einbringen konnte. Eben immer dieses, sag doch mal was. Ich , die stille kleine N.
    Aber man mochte mich, weil ich viel zu lieb und brav war. Allein sein konnte ich, war kein Problem , nur abends,wenn meine Mutter weg war und ich auf meine kleinen Schwestern aufpasste, was ich eh immer machen musste, hatte ich ne scheiss Angst, dass alle Lichter brannten und das ist bis heute so. Wenn, was sehr selten ist, ich mal ganz allein bin, muss überall ein Licht sein. Ich krieg vor Angst die Lähmung. 😂
    Heute Feier ich auch gerne, aber nur mit Familie und am liebsten mit meiner Mutter und Schwestern, weil wir jeder wissen wie wir sind und uns so akzeptieren und nur wir können so doof albern und totlachen, wo andere ernst daneben sitzen.
    Früher war meine Mutter trotz Lockerheit, sehr streng zu mir. Wie oft hat sie mich angebrüllt, weil ich meine Klappe nicht aufbekam und wenn ich nicht antwortete, machte sie nur wütender.
    Heute ist sie ganz anders, und versteht das.
    Ja, als Kind, wenn man anders ist als die anderen, war es oft nicht einfach. Ich hab auch ne zeitlang meine Mutter so gehasst, weil sie mich nicht ihrer annehmen konnte. Erst als ich mit 17 auszog , dann kamen wir uns endlich näher.

    Mein drittjüngstes Mädchen, war noch extremer, wenn Besuch war versteckte sie sich unter der Couch. Sie hatte eine extreme Form von Mutismus. Man kam an sie nicht ran. Ich bin so froh, dass sie sich jetzt so gewandelt und ich tue alles dafür, dass es ihr im Erwachsenenleben später besser geht als mir.
    Ich kämpfe mit mir ja heute noch, nicht immer in meine steife starre zu verfallen.
    Sonst, war meine Kindheit eigentlich ganz gut. Habe auch viel schönes erlebt.

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    1. Klingt trotz aller Lockerheit ja ganz schön anstrengend, aber im Nachhinein scheinst du es ja doch im großen und ganzen als eher positiv empfunden zu haben. Klingt zumindest nicht nach Weihnachstrauma 🙂
      Hast du heute noch so Ängste, wenn das Licht aus ist?

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  10. Hallo JanJan,bin heute wieder ohne Kopfschmerzen unterwegs. Tolles Gefühl.😊 Was Du hier beschreibst, kann ich gut nachvollziehen, bin auch kein Freund von großen Familienfeiern auf Krampf und nur weil es sich so gehört. Locker und gemütlich ist da schon eher was für mich. Ich hoffe Deinen beiden Pünktchen geht’s gut. Liebe Grüße Maren 😉🍀❣️

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      1. Nein hab ich nicht. Seit meiner OP hab ich manchmal Kopfschmerzen, wenn ich an mein Limit gerate. War bisschen viel in letzter Zeit, mein Sohn war auch ziemlich krank mit 40 Fieber und da hatte ich wenig Schlaf. Jetzt ist aber wieder alles gut. Hast Du Stress? Geht es Sharai schlechter?

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        1. Ja so richtig gut geht es nicht, sie lahmt jetzt auch noch vorne, ist in null Bock Stimmung und ich weiß keinen Rat mehr.
          Ausserdem habe ich Frust, weil ich nicht ausgelaufen bin, Arbeit läuft auch schleppend….
          Na ja wird schon wieder.
          Hauptsache dir geht’s besser 🙂

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  11. Ich kann das gut verstehen! Und schrecklich, dass niemand auch nur einen Hauch von Verständnis für Dich hatte! So viel pure Ignoranz …
    Wie wundervoll muss Dir da jetzt das Erwachsenenleben vorkommen, wo Du – wahrscheinlich auch manchmal leider mit Ausnahmen – selbstbestimmt entscheiden kannst, ob und wen Du wo und für die lange triffst.

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  12. Ich finde das toll, wie langweilig wäre das wenn alle Menschen gleich wären. Ich glaube an Toleranz und Akzeptanz, die Welt wäre so viel besser damit. Angeschrien werden kommt mir da immer falsch vor.

    Ich habe auch… Nein Spaß beiseite. Nervig dieses bagatellisieren von Problemen.
    Ich hatte als Kind eine leicht ausgeprägte soziale Phobie die im Laufe des Älterwerdens dazu geführt hat dass ich häufig keiner da gespielt habe . Oder wenn Kinder klingelten oder anriefen, um zu fragen ob ich raus komme und spielen möchte, dann habe ich oft gelogen und gesagt dass ich keine Zeit habe. Geburtstage und Partys waren der absolute Horror. Wie oft habe ich mir Vorwände gesucht um kurzfristig abzusagen ?
    Aber ich habe mich selbst therapiert und arbeite nun selber als Ergotherapeutin. Und weiß somit selber dass dies ganz anders als Autismus ist. Ich find dich toll 😊

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    1. Oh danke, aber den letzten Satz solltest du noch mal überdenken 😊
      Es ist eben etwas schwierig, wenn man als Kind schon irgendwie anders ist, überall abgeleht wird, aber nicht wirklich weiß warum. Man kann das selbst ja auch noch nicht zuordnen.
      Du erlebst da in deinem Job bestimmt viele verschiedene Persönlichkeiten.
      Ich habe aber festgestellt, dass doch viele Menschen, die als Kind so soziale Probleme hatten später in sozialen Berufen zu finden sind.

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