Bitte verschenk mich nicht… 

Wie jedes Jahr um diese Zeit möchte ich natürlich auch wieder darauf aufmerksam machen, dass Tiere KEINE Weihnachtsgeschenke sind! 

Zu diesem Anlass den Newsletter von TASSO:

Bitte, verschenk mich nicht! 
Keine Pfoten unterm Weihnachtsbaum

 

Plutos Start ins Leben war viel versprechend. Von seiner Mutter und seinen Geschwistern aus ging es sofort in ein warmes, kuscheliges Zuhause. Und als am Abend die Kinder ins Wohnzimmer stürmten, flossen sogar Freudentränen. Doch schnell wurde alles anders. Der Weihnachtsbaum war kaum entsorgt, schon verloren die Kinder die Lust an langen Spaziergängen durch Schnee und Matsch und am gemeinsamen Training. Die Erwachsenen übernahmen nur widerwillig die Aufgaben, die ihre Kinder zu erledigen versprochen hatten. Statt großer Freude herrschte nun Frust, die Erziehung blieb auf der Strecke, Pluto wurde ein ungestümer und unerzogener Junghund. Bis seine Menschen eines Tages aufgaben. Nur ein Jahr später wartet der junge Hund nun hinter Tierheimgittern verzweifelt auf eine Familie, die ihm das bietet, wonach er sich so dringend sehnt: ein Zuhause für immer. 

Plutos Geschichte steht beispielhaft für viele Schicksale, denn leider werden nach wie vor häufig Tiere zur Weihnachten verschenkt. Besonders zu Weihnachten möchten Eltern ihre Kinder glücklich machen und ihnen etwas ganz besonders schenken. Schnell werden da die Bedenken kleingeredet oder über Bord geworfen, und ein Tier kommt ins Haus. 

Die TASSO-Bitte: Verschenken Sie keine Tiere, und machen Sie andere Menschen darauf aufmerksam, dass es nicht im Sinne der Tiere ist, ein Weihnachtsgeschenk zu sein. Erklären Sie auch Ihren Kindern ruhig und vernünftig, warum es zu Weihnachten kein Haustier geben wird. 

Auch ohne eigenes Haustier ist der Kontakt zu Tieren möglich und auch wichtig für Kinder. Vielleicht können die jungen Tierfreunde im Tierheim aushelfen oder regelmäßig Nachbarn oder Verwandte mit Haustieren besuchen, um auf diese Art erste, intensivere Kontakte zu Haustieren haben zu können. 

Falls eine Familie mit dem Gedanken spielt, ein Haustier aufzunehmen, ist es wichtig, dass diese Entscheidung gründlich durchdacht, in Ruhe und gemeinsam mit allen Beteiligten getroffen wird. Und auch dann sollte damit lieber bis nach Weihnachten gewartet werden. Die stressige Vorweihnachtszeit ist nicht der richtige Zeitpunkt für eine so große Veränderung, und viele Tierschutzorganisationen und Tierheime vermitteln in der Weihnachtszeit bewusst keine Tiere, um Hunden, Katzen und Kleintieren zu ersparen als „ausgediente Geschenke“ eines Tages wieder abgegeben zu werden. 

Der TASSO-Tipp für alle, die sich für tierischen Familienzuwachs entschieden haben: Nutzen Sie doch die besinnlichen Tage, um sich gründlich Gedanken über das Bevorstehende zu machen. Erstellen Sie gemeinsam Listen, auf denen Sie festhalten, was Sie alles für ihren tierischen neuen Freund benötigen. Legen Sie fest, wer welche Aufgaben übernehmen wird, und bereiten Sie sich gemeinsam vor. Wenn im neuen Jahr wieder etwas Ruhe eingekehrt ist, kann die Suche nach Ihrem vierbeinigen Freund losgehen. Schauen Sie sich dann vor allem auch in Tierheimen oder in unserem Online-Tierheim shelta um. Dort warten tauende Tiere auf ihre eigene liebevolle Familie. Eine, die ihnen nach reichlicher Überlegung ein Zuhause für immer bieten kann.

 

© Copyright TASSO e.V.

by Pixabay

Danke im Namen der Tiere ❤

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35 Kommentare zu „Bitte verschenk mich nicht… 

  1. Und Schnäbel bitte auch nicht.
    Unserem Sohn und seiner Freundin hatten wir empfohlen, sich beim Tierheim als Hundesitter anzubieten, ehe sie sich für ein Tier entscheiden. Das ist aber auch nicht so einfach. Sie sind ziemlich abgeblitzt. Sie müssten erst einen Hundeführerschein machen und außerdem hätten sie sowieso schon so viele Leute, die das machen wollten. Hm. Das überraschte mich. Jetzt werden sie es bei Freunden und Bekannten versuchen.
    Und trotzdem: Keine Pfoten, keine Schnäbel unter den Weihnachtsbaum – völlig d’accord.

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  2. Klar, der Anlass ist die Jahreszeit, aber können wir das bitte ausweiten auf *alle* undurchdachten Tieranschaffungen? Kaninchen und Vögel zu Ostern sind ja auch „in“, und schlecht oder gar nicht durchdachte Kindergeburtstagsgeschenke gibt es das ganze Jahr über.
    (Andererseits denke ich, wenn die Anschaffung wirklich durchdacht ist und der Familienzuwachs ohnehin geplant war, spricht nichts dagegen, dass das Tier eben zu Weihnachten, Ostern oder zum Geburtstag einzieht. Leider ist sie das halt oft nicht.)
    So, mal schauen ob der Kommentar rausgeht, guter Empfang ist anders…

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    1. Ist angekommen und natürlich gilt für ALLE TIERE, es sind keine Geschenke und das ganzjährig.
      Natürlich gibt es Ausnahmen, ICH zum Beispiel würde mir gerade vor Weihnachten einen Hund anschaffen, eben, weil wir ja Weihnachten nicht feiern, ich aber trotzdem gerade etwas mehr frei habe und die Zeit stressfrei ist. Bei uns würde es also perfekt passen, ist aber eben auch keine Spontanentscheidung.

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      1. Ich hatte letztes Jahr so eine „schöne“ Diskussion mit einer Dame, die ihrem Söhnchen zum Geburtstag – ein paar Tage vor Weihnachten – einen Dackel… naja. Von der kam der Satz „Den gibts zum Geburtstag weil zu Weihnachtne soll man ja keine Tiere schenken“. Setzen, sechs, gute Frau, Problem nicht verstanden. Und da beschweren sich die Leute immer, WIR würden Sachen zu wörtlich verstehen. *kopfschüttel*.
        Ich finde, das Problem ist auch bei „Ersttieren“ besonders akut. (Ich vertrete allerdings auch immer die Ansicht, Kinder haben allgemein keine Haustiere zu haben wenn die Eltern nicht bereit sind, das Tier im Notfall als eigenes Haustier zu übernehmen).

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        1. Leider muss ich es jedes Jahr wiederholen… Jaaaa NT können ja sooo gut nachdenken *gähn….
          Ansonsten stimme ich dir da voll zu. Kids nerven schnell, sobald sie irgendwo ein niedliches Tier sehen…. HABEN WOLLEN… Nach ein paar Wochen ist leider das Interesse weg. Da muss man als Eltern einfach Verantwortung übernehmen, es ist ein LEBEWESEN!

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    1. Unsere Fibi haben wir auch kurz vor Weihnachten aus dem Tierheim „befreit“. Leider waren einige aus dieser Sicherstellung von fast 50 Hunden so unterernährt, dass sie es nicht geschafft haben. Übrigens ein Züchter aus Niedersachsen, der nicht gerichtlich belangt wurde…. Für mich wäre es katastrophal gewesen, wenn sie noch 2 Wochen im „Knast“ geblieben wäre.
      Aber wieviele Tiere werden vor Weihnachten geholt und erleben ihre persönliche Hölle.
      Ich finde die Sperrfristen gut! Und wer geplant einen Hund holen will, kann alles vorbereiten und ihn dann halt ein paar Tage vorher oder im Januar einen von den frisch eingetroffenen retten bzw. ihm eine Chance auf ein glückliches zuhause geben.

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  3. Leider kann man unseriöse Ebayverkäufer ja nciht davon abhalten Tiere zu Weihnachten (Hochkonjunktur dort) zu verkaufen. Ich frage mich immer wie verkümmert die grauen Windungen der Käufer sein müssen solche „Züchter“ zu unterstützen und eine solche „Ware“ online zu kaufen.

    Katastrophal! Ich hoffe, dass die Appelle helfen und danke für für diesen Post!
    Unsere süße Fibi hätte beinahe noch 14 Tage im Tierheim aushalten müssen, weil wir sie beinahe zu spät geholt hatten. Ein gutes Tierheim ist das ganz krass, was die Sperrfristen für Vermittlungen um die Weihnatszeit angeht.
    Liebe Grüße
    Patrick

    https://issoundnichtanders.wordpress.com/category/hund/

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    1. Na ja bei ebay die Anzeigen sind schon oft sehr fragwürdige Quellen, allerdings werden sie eben gerade vor Weihnachten gut verkaufen, wenn Tierheime nichts abgeben, sozusagen gleich neue Kandidaten für’s Tierheim nach den Feiertagen.
      Ich persönlich habe gerade in diesen Tagen besonders viel Zeit und Ruhe, für mich würde Weihnachten perfekt passen um einen Hund anzuschaffen.
      Nicht jeder Hund ist ja ein Geschenk und unüberlegt und auch nicht alle Menschen feiern Weihnachten.

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  4. Einige Zoo und Tierhandlungen machen da schon mit, sie verkaufen vielleicht das Zubehör für ein Tier, doch das Tier noch nicht, damit die neuen Besitzer in Ruhe überlegen können.
    Und doch werden Tiere wieder unter dem Weihnachtsbaum sitzen, leider.

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  5. Liebe JanJan, du hast wieder mal ein wichtiges Thema toll aufbereitet. Danke dafür!
    Wir würden auch gern einen Hund haben.
    Können es aber im Moment aus tausend Gründen nicht leisten, ihm das Zuhause zu bieten, das er verdient.
    Wir können es im Moment nicht leisten, einen Hund so aufzunehmen und so zu erziehen, dass alles richtig passt.
    Ein Freund sagte uns daher: „Cami, lass es! Im Zweifel gegen den Hund.“
    Man sollte sich VORHER Gedanken machen, oder?
    Schönes Wochenende dir und deinen lieben.
    Küss dich
    Cami 😘

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    1. Genau so ist es Cami, vorher alles durchdenken und im Zweifel dem Hund zu liebe lieber verzichten. Wenn es nicht passt, dann passt es einfach nicht.
      Euch auch ein bezauberndes Wochenende mit hoffentlich tollem Wetter 🙂 😘 👋

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  6. TASSO verschickt immer sehr informative und nützliche Newsletter. Ich bekomme die auch schon seit Jahren, und verteile die natürlich auch gerne an andere Tierhalter. Viele (für uns selbstverständliche) Dinge in Bezug auf unsere lieben Haustiere kann man eben nicht oft genug wiederholen. LG Heike

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