Hundegeschichten… Macy 1

Macy

*03.08.1998
+13.09.2010

Was tief im Herzen wohnt, kann der Tod nicht trennen.

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Macy war ein echter Zufallstreffer, jaaaa wir hatten derzeit bereits drei Hunde, Franca, Josy und Sharai, beschlossen dann aber wir möchten noch einem älteren Hund aus dem Tierheim ein Zuhause geben. Im Internet hatten wir Klara gesehen, eine 7-jährige Ikita Inu Mischlingshündin, die uns ansprach, also fuhren wir nach Belgien.

Im Tierheim angekommen standen wir jedoch vor dem leeren Zwinger…  Auf Nachfrage sagte man uns Klara sei gerade mit einigen anderen Hunden im großen Auslauf und… Sie sei eigentlich schon reserviert…
Ooookay gucken konnte man ja trotzdem mal… 😉

Wir gingen also zum Auslauf, fanden Klara und spürten auch sofort, das passt irgendwie nicht so richtig.  Gerade wollten wir schon wieder gehen und dann: SAH ICH SIE… Macy… Eine Hündin, die wegrannte und krampfhaft versuchte sich vor unseren Blicken zu verstecken…. Leider gab es auf der großen Wiese aber keine Verstecke… In ihren Augen stand Angst und Panik und hätte sie gekonnt, wäre sie wohl zu gerne im nächsten Mauseloch verschwunden…

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Ihre Geschichte hat Macy vor vielen Jahren selbst erzählt 😉

Hi ich bin Macy, ein Malinois Mädchen und ich bin ein echter Belgier.
Geboren bin ich 1998 in Belgien und mein Leben ist nicht immer so rosig verlaufen. Ich bin leider schon mehrere Male vermittelt worden und immer wieder im Tierheim gelandet, was ich so überhaupt nicht verstehen kann, denn ich bin der liebste Mali, den man sich vorstellen kann.

Seit August 2005 lebe ich nun bei meiner neuen Familie und ich wünsche mir nur, dass es dieses Mal wirklich für immer ist. In unserem Hunderudel bin ich also als letzte dazu gekommen.

Im Tierheim
So sah ich aus, als ich ins Tierheim gekommen bin, mager, mit stumpfem Fell und mein Innenleben war auch nicht besser. Mit Menschen hatte ich alles andere als gute Erfahrungen gemacht.

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Zum Glück gab es hier auch viele freiwillige Helferinnen, die sich sehr um mich bemühten. Mein Vertrauen in Menschen war jedoch schon viel zu gestört und so konnten mich auch die Besucher im Tierheim erst gar nicht sehen, weil ich mich einfach in der hintersten Ecke verkrochen habe und erst wieder zum Vorschein kam, wenn die Menschen längst wieder gegangen waren.

Ich hatte aber zum Glück eine besonders tolle Helferin, die sich sehr liebevoll um mich kümmerte und die sich immer um mein Wohlergehen sorgte. (Eine tolle Frau, mit welcher Frauchen bis zu meinem Tod all die Jahre noch ständig Kontakt hatte. ❤ )

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Der erste Spaziergang
Meine neue Familie verdanke ich wohl wirklich eher dem Zufall. Oder war es vielleicht doch meine Bestimmung? Mein Frauchen war auf der Suche nach einem älteren Tierheimhund… sie hat da wohl irgendwie ein Herz für… na ja… zum Glück muss ich sagen. Als Herrchen und Frauchen nach Belgien ins Tierheim kamen, war ich gerade mit einigen meiner Leidensgenossen draußen im großen Auslauf. Na ja… da gab es einfach keinen Platz, wo ich mich verstecken konnte und Frauchen sah mich und hatte sich sofort in mich verliebt. Ich traute dem ganzen nicht so wirklich, hatte Enttäuschungen von Menschen echt genug hinter mir. Und was da auf meinem Zwinger geschrieben stand …
-Macy, 7 Jahre, ist ein sehr ängstlicher Hund, der schnell unter Stress gerät und aufgrund dessen auch nicht stubenrein ist…-
ermunterte Besucher auch nicht gerade mir eine Chance zu geben. Beim ersten Spaziergang trottete ich also mal so hinterher, ich habe mich nicht darum gerissen… Danach kam ich zurück in den Zwinger und die Menschen gingen wieder. Na ja, war auch besser so… nach einigen Wochen hätten sie mich eh wieder zurückgebracht… war ja immer so. Gerade wenn ich mich an ein warmes Körbchen gewöhnt hatte… wurde ich abgeschoben.

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Abwarten
Ich hatte mich jedoch in meiner neuen Familie getäuscht… sie kamen schon am nächsten Tag wieder und zwar mit meinen drei neuen Schwestern. Zuerst durfte ich mit jeder einzeln einen Spaziergang machen und am Schluss machten wir die Probe, ob es auch in der Gruppe klappt. Das war überhaupt kein Problem, denn andere Hunde ignoriere ich sowieso.
Am nächsten Tag kam mein neues Herrchen und hat mich abgeholt. Bevor ich die neue Wohnung betreten durfte, kamen natürlich erst noch meine neuen Schwestern nach draußen und wir machten erst noch einen gemeinsamen Spaziergang. Frauchen meinte, dass ich besser so, um ein neues Familienmitglied zu integrieren.

Endlich zu Hause
Hier fühlte ich mich sofort wohl. Ich bekam ein eigenes Körbchen, freute mich wie Bolle und meine Schwestern nahmen mich sofort in ihre Gruppe auf. Josy ist meine beste Freundin, sie hat mir beigebracht wie schön es ist zu spielen.

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Bei uns gibt es eine Hundetür, so können wir wahlweise in der Wohnung oder auch draußen an der frischen Luft ein Nickerchen machen. Okay, bevor ich etwas begreife oder lerne… das dauert ein bisschen länger, als bei anderen Hunden. Ich brauchte ein halbes Jahr, bevor ich allein die Treppen hoch- und runterging und noch länger bevor ich die Klappe an der Hundetür selbst aufmachte… sie blieb eben die ersten Monate einfach offen, auch wenn es meine Menschen da manchmal ziemlich kalt hatten… Frauchen sagt immer, dass ich zwar aussehe wie ein Malinois, aber den Charakter habe ich eher von einem Esel… Ist das jetzt positiv gemeint…?? Ich bin einfach die Ruhe selbst… bleibe vor jedem Absatz stehen, auch wenn dieser nur kniehoch ist… und warte, dass Frauchen mit hochhebt… Ist doch auch viel einfacher!

Eigentlich darf ich das ja gar nicht verraten, schließlich bin ich ja ein Malinois, aber… die erste Zeit in meinem neuen Zuhause musste mein Herrchen sogar für mich ein Nachtlicht anmachen, weil ich mich im Dunkeln so gefürchtet habe…

Ich bin ein stattlicher und fröhlicher Hund geworden.

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Glücklich…
Also ich habe MEINE Familie gefunden und ich denke nicht mehr daran abgeschoben zu werden. Ich bin absolut Frauchens Liebling, folge ihr blind überall… sie würde sich eher die Hand abhacken, als mich wieder wegzugeben. Wenn ihr mich fragt… ich bin völlig problemlos, darf auch bei Frauchen überall ohne Leine laufen, denn ich vertrage mich nicht nur mit allen Hunden sehr gut, sondern ich mag auch Katzen, Pferde, Schafe… etc… okay vor Kindern laufe ich noch immer lieber weg und Männer finde ich auch nicht so toll… sogar Herrchen verbelle ich, wenn er nach Hause kommt, aber ich habe mich noch niemals aggressiv betragen und übrigens… in die Wohnung gepinkelt habe ich auch noch nie! Ihr seht also, mir geht es prima, so schön die Sonne auf den Bauch scheinen lassen… ja das Leben ist herrlich! Und soll ich euch was sagen… Ich bin ein richtiger Kuschelbär geworden. Kaum hat sich mein Frauchen irgendwo niedergelassen, schon bin ich zur Stelle und schiebe sanft meinen Kopf in ihre Hand. Am meisten liebe ich es, wenn wir alle auf dem Boden liegen und ich so richtig nach herzenslust gekrault werde.

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Fortsetzung folgt…

 

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38 Kommentare zu „Hundegeschichten… Macy 1

  1. Deine Hundegeschichten sind immer zuerst sehr traurig aber dann werden sie richtig schön und der jeweilige Hund lebt ein glückliches Hundeleben. Euren Einsatz finde ich immer wieder schön zu lesen, ich stelle mir vor das ihr eine Engelsgeduld haben müsst 🙂
    Das Anfangsbild von Macy trieb mir mal wieder die Tränen in die Augen.
    Verdammt wenn die Leute dann doch keine Lust auf einen Hund haben weil sie merken das Kosten entstehen und auch Zeit nötig ist, dann sollen sie doch lieber die Finger davon lassen und nicht auch noch mithelfen das der Hund noch ängstlicher wird.
    Auf jeden Fall ist es Euch gelungen wieder eine sehr schöne Hündin aus dem geschundenen Tier zu machen, meine Hochachtung dafür, liebe Grüße Regina

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    1. Danke Regina, für mich ist das einfach mein Leben und wenn ich einen Hund adoptiere sehe ich das als Lebenspartner und nicht „wir probieren es mal…“ Macy kannte trotz ihrer 7 Jahre so nichts, kam mit Treppen nicht klar, selbst über eine Brücke laufen war ihr fremd, aber sie vertraute mir und wurde so richtig richtig toll! Sie stand einfach immer hinter mir und war dann nach einiger Zeit auch so richtig tiefenentspannt. Einfach nur schön. ❤

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  2. Du bist mein Mensch – ich liebe Dich

    Ich war ein Welpe – niedlich – klein
    Du entschiedest dich, ich sollt es sein.
    Schnell noch bezahlt,
    dann ging es Heim.

    Am Anfang war es wunderbar,
    verbringst die Zeit mit mir,
    dass ist doch klar.

    Ich kann schon Platz -Sitz und auch schon Fuß
    Die Liebe wächst- schon mächtig groß !

    Ich schenke dir dafür mein Herz …….

    …umso größer war der Schmerz, als du nun gingst
    und ich blieb hier,
    noch schnell ein Klaps- zu ist die Tür.
    Ich bin so einsam und allein-
    viel Zeit vergeht,
    dann kommst du Heim.

    Da ist mein Mensch – ich freu mich so,
    spring an dir hoch, ich bin soo froh.
    Du schubst mich weg, brauchst deine Ruh.
    Ein lautes AUS und noch ein Tritt,
    ich geh ins Körbchen,
    mach alles mit.

    Du bist mein Mensch – ich liebe Dich

    Ich muss jetzt raus, vergiss mich nicht …
    Es tut mir Leid, dass wollt ich nicht!
    Es ist passiert, der Teppich nass,
    Du schreist mich an, was ist denn das!

    Du holst die Leine- das ist fein,
    gehen wir jetzt raus, für Groß und Klein?

    Doch du schlägst mit der Leine zu-
    ich bin jetzt lieb, lass dich in Ruh.
    Bitte, bitte schlag mich nicht..

    Du bist mein Mensch – ich liebe Dich

    Blöder Köter, dummes Vieh,
    nette Worte hör ich nie,
    Kein Kamm und Bürste für mein Fell,
    ein Tritt ins Kreuz wenn ich nur bell .

    Die Zeit vergeht,
    bin alt und grau, nur Leere
    wenn ich dir in die Augen schau.

    Ich muss nun einem jüngeren weichen,
    wirst du ihm das Köpfchen streicheln?

    Das Tierheim wird mein Ende sein,
    doch mein Herz ist immer Dein.
    Nun schrei ich’s raus, in meiner Not,

    Ich liebe dich – bis in den Tod

    glG Sabine

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  3. Du schreibst das mit so viel Liebe, das liest sich wunderbar.
    Hat es sich bei Euch räumlich so ergeben, nach Belgien in ein Tierheim zu gehen oder handelt man dort solche Anliegen anders als hierzulande?

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    1. Danke vielmals, ich schreibe es einfach so, wie ich es fühle, da ist gaaaanz viel Liebe in mir.
      In Belgien hatte sich das einfach so ergeben, weil wir da auch zeitweise immer wohnen. Die Abhandlung ist das Gleiche, wie in Holland. In Deutschland kann ich das nicht beurteilen, nur Sharai kommt aus Deutschland und sie war ja nicht aus dem Tierheim.

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    1. Danke Lilo, ja das höre ich öfter, weiß aber auch nicht woran das so oft scheitert. Bei uns klappte das Zusammenleben immer sehr gut, selbst, wenn da noch zeitweise Urlaubshunde hier sind, läuft das immer sehr harmonisch ab.

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