Vollzeitautist.

Der Beitrag spricht mir aus der Seele, danke dafür, fast in allem kann ich mich wiederfinden. Ich würde gerne einiges machen, schaffe es aber einfach nicht, weil ich es nicht aushalten kann. Einkaufen, ein Horror, allein schon durch die ständige Hintergrundmusik bin ich völlig überfordert, dazu die Menschen. Auto fahren, klar, mache ich EIGENTLICH sehr gerne… So lange ich mal alleine auf der Strasse bin. Ein Telefonat führen, einfach mal im Restaurant sitzen und das genießen können… Behördengänge.. Keine Ahnung wieviele Anläufe ich dafür jedes mal brauche… Fakt ist, ohne meinen Mann würde ich gar nichts auf die Reihe kriegen. Irgendwie ist nichts wirklich möglich. Und fühlt man sich dabei nicht auch noch jedes mal ein bisschen schuldig, dem Partner gegenüber, sich selbst gegenüber.. Mal wieder versagt zu haben?
Das einzige wofür ich wohl geeignet bin… Die einsame Waldhütte…
Und… All das ist so schrecklich ermüdend… Keine Energie mehr…

By Pixabay

29 Kommentare zu „Vollzeitautist.

  1. Ich glaube manchmal das ich auch ein Autist bin. Vielleicht schreib ich mal im Blog warum. Aitistische Veranlagung hab ich auf jeden Fall.Da bin ich mir ziemlich sicher. l.g.Anja

    1. Oh ja berichte mal… Obwohl ja viele Menschen viele ähnliche Probleme haben, von denen sie meinen sie wären autistische, in der Regel aber nicht sind.

        1. Hab mir den Text genau durchgelesen. Hmmm. Was mich betrifft , ist es mir eigentlich ziemlich wurscht , ich weiss nur selbst das an meinen Empfindungen in einigen Bereichen etwas ganz anders ist als bei dem Durchschnittsmensch , ob es wirklich etwas autistisches hat, kann im Prinziep ja nur ein Psychologe feststellen . Da i

          1. Sorry , daneben getippt . Ich war eigentlich noch nicht fertig.😂 Da ich etwas gegen Psychologen habe werde ich das nie genau wissen. l.g.Anja

            1. Wichtig ist doch auch im Grunde nur, dass du damit zurecht kommst (und daran habe ich bei dir keine Zweifel 😊) egal welchen Namen das Kind hat. 😊

              1. Mit der Vermeidungsstrategie komm ich gut zurecht , leider gibts manchmal Dinge die sich nicht vermeifen lassen

  2. Ich bin definitiv kein Autist. Dennoch erkenne auch ich sehr große Ähnlichkeiten in deinem Text, die ziemlich exakt zu meinen typischen Problemen im Alltag gehören. Ich nenne das „liebevoll“ meine Sozial-Phobie. Psychologen nennen es Anpassungsschwierigkeiten und Wahrnehmungsstörung. Wie man es auch nennt: Es ist anstrengend, zermürbend und zuweilen ziemlich deprimierend, wenn man die einfachsten Dinge nicht oder nur mit sehr viel Energieaufwand oder einer entsprechend laaaaaaaaaaangen Vorbereitungszeit bzw. Anlauf schafft. Interessanterweise nutze ich die Reizüberflutung zur ‚gewollten‘ Dissoziation. Umso lauter und mehr Menschen um mich herum sind, desto eher konzentriert sich alles nur noch auf mich und mein Inneres. Auf diese Weise schalte ich komplett alles ab. Was übrig bleibt bin ich und die Aufgabe, die gerade vor mir liegt. Z.B. einkaufen. Das gilt zumindest, wenn ich außerhalb unterwegs bin.

      1. Solange sie funktioniert. Gibt freilich Tage, da bin ich so dünnhäutig, dass es nicht klappt. Aber meistens umgehe ich an solchen Tagen die Menschen und dann ist wieder gut.

  3. Ich habe in der Schule ( auch Familie) immer wieder mit Asperger-Kindern und Hochsensiblen, manchmal in Kombination, zu tun. Lange bevor ich mich mit Autismus intensiv beschäftigt habe, konnte ich schon nicht verstehen, warum man Menschen nicht einfach so nehmen kann, wie sie sind und auf deren Befindlichkeiten und Wahrnehmungen nicht eingehen kann.
    Wichtig finde ich, früh zu erkennen und zu diagnostizieren. Viele Lehrer fühlen sich nur gestört und sehen nicht die Qual des in einem völlig unpassenden System eingepressten Kindes. Dabei wäre manches so einfach – der richtige, klar abgegrenzte Arbeitsplatz, der Verzicht auf Teilnahme an körperlich engen Unterrichtseinheiten, das Achten auf die notwendigen Routinen und vor allem ein Abrücken von Erwartungen an bestimmte Verhaltensweisen und Reaktionen sowie sich persönlich angegriffen zu fühlen, bleiben diese aus. Ich bemühe mich sehr, Kollegen zu überzeugen.
    Verhängnisvoll ist auch die wiederkehrende Rede von Autismus als Krankheit, die mit den richtigen Pillen schon behandelbar sei. Würde Autismus gesellschaftlich als andere Wesensform gesellschaftlich wahrgenommen, wäre eine wesentlich größere Akzeptanz möglich.

    1. Da kann ich dir nur zustimmen, aber leider ist das mit allem so, was man nicht sehen kann, existiert entweder nicht oder kann ja nicht so schlimm sein. Ich fühle mich gut, so wie ich bin, wenn man mich mal läßt ohne zu fordern.

  4. Die Verhaltensweisen autistischer Menschen sind für Nichtautisten schwer nach­zu­voll­ziehen. Man kann sich nicht in die Lage reinversetzen und deshalb kann ich mir darüber auch kein Urteil erlauben. Ich freue mich aber immer, wenn du darüber berichtest, dadurch bekomme ich einen kleinen Einblick in deine Denkweise. Da ich dich sehr schätze, kann ich nur schreiben, bleibe wie du bist, du bist ein wertvoller Mensch. Und Probleme im Alltag haben wir doch alle mal. Nimm es gelassen, wenn du kannst. Vergiß dich nicht.
    Wünsche dir einen ruhigen Mittwoch.
    Gruß Piri

    1. Dankeschön Piri, hast du schön gesagt, ich schätze seit jeher sehr deine Meinung ♥
      Ich habe heute und morgen frei und es war sooo super T-Shirt Wetter heute, wir waren nur draussen, richtig happy 👍🍀

      1. Nutze das schöne Wetter, auch das tut der Seele gut. 😉 Mir geht es inzwischen gesundheitlich wieder besser, aber leider ist das Wetter bei uns nicht so schön. Somit kann ich keine Spaziergänge nachholen, der Wind zeigt sich von seiner schlechten Seite und kommt stürmisch und sehr kalt daher. Muss also noch warten. 🙂 Aber es kommen auch wieder bessere Zeiten. Ich bin ein Optimist.
        Liebe Grüße Piri

  5. OT?:
    Es gab in meinem Berufsleben von interessierter Seite auch mal die Äußerung, dass Polizisten alle „soziale Autisten“ sind
    😉

  6. Die kleine Schwester, die eigentlich neben mir wohnt, reagiert auch so ähnlich wie Du auf das Leben da draussen. Jeder Schritt aus ihrer Wohnung ist eine Überwindung. Ich erlebe sie bei Einkäufen, wenn sie große Kisten braucht. Also Getränke. Dann fährt sie mit uns und überwindet sich äußerst konzentriert schon bei der Drehtür. Sie braucht dazu sehr viel Zeit in der Vorbereitung. Heißt … sie steht sehr früh auf, auch wenn wir erst gegen 11 Uhr dahin fahren.
    Hole ich sie bei meiner Mutter ab, ist 10:00 Uhr eine Zeit, die sie in der Nacht nicht schlafen läßt.
    Ich vergleiche es mit meiner Höhenangst oder der Tunnelangst.
    Mein Verständnis dafür kam erst mit der Zeit und mit meinen Macken.

    1. Ooooh ja… Diese schlaflosen Nächte… Darüber könnte ich leider auch Geschichten schreiben, ganz schlimm natürlich bei (eigentlich belanglosen Terminen), die am Vormittag sind. Ich habe dann sowieso schon das Gefühl, es lohnt sich gar nicht erst zu schlafen und dann muss ich das natürlich im Kopf schon alles durchspielen… Das ist sehr Energie raubend. Momentan bin ich da auch sowieso wieder sehr empfindlich, hab ständig Druck im Kopf, sobald irgendwas vom Tagesplan abweicht… Der Gatte nervt… Das viele grelle Licht der letzten Tage macht mir sehr zu schaffen… Manchmal habe ich einfach das Gefühl das ganz normale Leben überfordert mich…
      Ist deine Schwester Asperger? Nervt dich das nicht manchmal doch? Ich glaube, mein Mann MUSS manchmal einfach genervt sein, alles andere wäre utopisch… Ihm macht es sehr zu schaffen, dass er im Grunde eigentlich nie weiß, was er bei mir richtig macht… 😔

      1. Das ist nicht Asperger. Jedenfalls hat niemand den Begriff genannt. Sie hat mit Schizophrenie zu kämpfen. Es kann schon sein das es ein fließendes Nebeneinander oder Miteinander mit Asperger ist.
        Aus meiner Sicht ist es eine gewaltige Einschränkung der Wahrnehmung der Sinne. Oder auch eine Überreaktion der Sinne. Jedenfalls ist sie tagtäglich behindert ein gewöhnliches Leben zu leben.
        Dieser Effekt kommt auch im Alter. Ich bemerke fast die gleichen Verhaltensweisen bei meiner Mutter. Ihre Sehkraft ist sehr eingeschränkt. Und weil die Ärzte ihr prophezeiten blind zu werden, gibt es wenig andere Gedanken.
        Das hat aber nichts mit Asperger zu tun.
        Die Schwester nervt mich damit nicht, denn sie nimmt zuviel Rücksicht auf die Umwelt. Diese Rücksicht nervt. Dieses ständig in Frage stellen …
        Wenn sie zu Hause ist, sehen wir sie tagelang nicht. Sie schläft oft tagsüber und wuselt in der Nacht herum.
        Bei meiner Schwester weiß ich wirklich nicht woran ich bin. Das ist aber kein Problem , denn wir leben ja nur nebeneinander, nicht miteinander.

        1. Das klingt aber schon schwierig und auch irgendwie traurig, wahrscheinlich kämpft sie da auch oftmals mit sich selbst. Glaube, da geht es mir doch um einiges besser, auch, wenn ich ebenfalls am Liebsten Nachts lebe… Das Doofe ist ja nur, wenn man tagsüber ja irgendwie arbeiten muss 😳 Im Grunde kann ich ja ganz gut leben, solange… Man mich in Ruhe lässt, ich mein eigenes Ding durchziehen kann und nichts ausserplanmäßiges ansteht (einkaufen ist IMMER unpassend 😊) Und natürlich hilft mir persönlich absolut Hund durch den Alltag, ohne, fürchte ich, könnte ich auch ganz schnell abbauen und die Wohnung gar nicht mehr verlassen wollen.
          Ich drücke deiner Schwester aber die Daumen, dass sie zumindest ihre Sehkraft nicht verliert, das wäre ja wirklich ganz schlimm….

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