Unterwegs…

Heute nehme ich euch mit in kleine Städte und Dörfer der Rhön, wenig bekannt, aber historisch interessant, eine wunderschöne Gegend und ein Stück deutsch-deutscher Geschichte.

Vacha eine kleine Stadt in der Rhön, gelegen an der Werra, die älteste Stadt Süd-Thüringens.  Bereits 817 wurde die Stadt erstmals urkundlich erwähnt, ihr Ursprung liegt wohl in einer Besiedlung der Kelten.

Bereits Napoléon reiste durch Vacha und nächtigte in der Stadt.

Bereits 786 grenzten hier die Territorien der Klöster Fulda und Hersfeld aneinander. Im 12. Jahrhundert symbolisiert durch die Stadt Vacha und das Hersfelder Tochterkloster Kreuzberg (Philippsthal).

Ab 1648 gehörten beide Ufer der Werra zur Landgrafschaft Hessen, Philippsthal blieb es bis heute, die Gemeinden Vacha und Oberzella fielen jedoch 1816 an Sachsen Weimar. Somit lag Philippsthal nach 1945 in der amerikanischen Besatzungszone, Vacha in der sowjetischen.

Werrabrücke

Ein historisches Bauwerk, welches beide Städte verbindet, ist die Werrabrücke (heißt seit 1990 Brücke der Einheit). Bereits im Mittelalter verband diese Brücke wichtige Handelswege. Seit den fünfziger Jahren durfte diese Brücke nur noch von den Grenztruppen benutzt werden, da die Werra die Grenze bildete, der angrenzende Ortsteil Oberzella war sozusagen ein Sperrgebiet im Sperrgebiet. Seit 1989 sind beide Städte wieder durch die Brücke verbunden.

Werrabrücke

Interessant und vielleicht auch einzigartig finde ich immer wieder die Geschichte dieses Hauses, welches man auf dem Photo sieht, denn durch dieses Haus verlief einst die Grenze.
Das Haus Hoßfeld mit Wohnhaus und Druckerei (Herausgeber der Rhönzeitung) wurde 1890 unmittelbar an der thüringischen Landesgrenze erbaut. Firmensitz war Philippsthal-Vacha eingetragen, da die Steuern im damaligen Preußen niedriger waren als in Thüringen. Die Firma erweiterte 1924 ihre Räume über die Landesgrenze hinaus und verlegte die Druckmaschinen auf thüringisches Gebiet.
Als sich in den Nachkriegsjahren die Grenze mehr und mehr schloss, enstand ein Kuriosum: Die Grenze zwischen den Machtblöcken verlief mitten durch das Hoßfeldsche Haus. In der Silvesternacht 1951/52 wurden die Druckmaschinen wegen der Gefahr der Enteignung wieder in den hessischen Gebäudeteil gebracht und die Verbindungstür zugemauert. Daraufhin verwehrte die DDR der Besitzerin jeglichen Zugang zu dieser Haushälfte und gestattete auch dringend notwendige Reparaturen nicht.

Im Ergebnis der Tätigkeit der gemeinsamen Grenzkommission beider deutscher Staaten wurde das thüringische Zwölftel mit Wirkung vom 1. Januar 1976 wieder an Frau Hoßfeld zur Benutzung übergeben. Und die Grenze verlief nun in einigen Metern Abstand um das Haus Hoßfeld herum.

Quelle: Grenzerinnerungen.de

Sünna ist eine kleine Gemeinde, unweit von Vacha, malerisch gelegen zwischen Ulster -, Dietrichs – und Öchsenberg, mit viel Natur und Wanderwegen.
So wie die meisten Gemeinden dieser Region spürt man den keltischen Ursprung.
Vor circa 2500 Jahren befand sich auf dem Öchsenberg (627,2m) eine befestigte keltisch geprägte Siedlung. Früher diente die Anlage dem Schutz der Handelsstraßen und der Sicherung der Grenzgebiete. Man fand zahlreiche Funde am dem Berg, die auf eine große Siedlung schließen lassen.

Soooo… Wer bis hierhin noch gelesen hat… Glückwunsch, ihr habt es geschafft. 😊 irgendwie kann ich aber auch immer nicht mehr aufhören.

12 Kommentare zu „Unterwegs…

  1. Ein sehr schöner Eintrag, und gerlent habe ich beim Lesen auch eine Menge. 🙂
    Ich bin als Kind mit meinen Eltern einige Male in der Rhön gewesen. Meine Eltern waren mit einer Familie befreundet, die Zimmer an Gäste auf ihrem Bauernhof vermietete. Das war in Regenrsfeld – falls dir das etwas sagt. Wir haben damals sogar bei der Ernte geholfen und die Garben aufgestellt, ehe sie vom Feld abgeerntet wurden. Ich weiß noch, dass ich danach von den Grannen total an den Armen und Beinen zerkratzt war … ich muss damals so um acht, neun Jahre alt gewesen sein. Lange her.

    1. Dankeschön, ich liebe es ja darüber zu erzählen und freue mich, wenn es Menschen gefällt. 😊
      Du meinst sicher Rengersfeld bei Gersfeld? Sehr schöne Gegend. Ja ich kenne (fast) die gesamte Gegend der Rhön sehr gut, weil ich da sehr lange gelebt habe.

  2. In der Rhön gibt es wirklich schöne Orte und dieses Vecha ist ganz offensichtlich einer davon, liebe JanJan!
    Habs tatsächlich geschafft mich bis zum Schluss hier durchzulesen und hat auch richtig Spaß gemacht dich hier zu begleiten! 😊
    Liebe Grüße und hab noch einen richtig schönen erholsamen Abend🍀💚

  3. JanJan dein Beitrag war sehr interessant und bis zum Ende lesenswert. Danke für die schönen Fotos mit denen du deinen Beitrag vollkommen gemacht hast.
    Das Fachwerkhaus würde ich gerne einmal von innen sehen. Ich liebe solche alten Gebäude!
    Lieben Gruß, Lilo

    1. Dankeschön Lilo, ich teile deine Begeisterung für diese Fachwerkhäuser, habe auch sehr lange darin gewohnt. Da gab es noch eine Deckenhöhe von 2.50 Meter. 😊
      Allerdings war das damals noch alles sehr einfach ausgestattet, mit Plumpsklo und Holzöfen… Wobei letzteres durchaus seinen Charme hatte, auch Holz hacken fand ich gar nicht mal schlimm.

  4. Liebe JanJan,
    wieder ein sehr schöner Beitrag. Ich kenne die Gegend um die Rhönlandschft überhaupt nicht. Aber wenn ich mir die Bilder der kleinen Dörfer und Städte so betrachte, finde ich, dass sie auch das Charakertische anderer Kleinstädte und Dörfer widerspiegelt. Auch bei uns hat man viele schöne alte Fachwerkhäuser, die natürlich inzwischen restauriert und saniert wurden und ihre Liebhaber findet. Ich selbst schaue sie mir gerne an. Danke, für den schönen Beitrag der mir die Gegend der Rhön veranschaulicht hat und mir wiedermal gezeigt hat, wie idyllisch solche kleinen Orte oft sein können.

    Wünsche dir einen ruhigen Freitag, herzliche Grüße Piri

    1. Dankeschön Piri, Deutschland ist wirklich so unglaublich vielfältig und wunderschön, da gibt es so viel zu entdecken. Ich glaube, die meisten Menschen kennen ihre Heimat gar nicht richtig.
      Wir haben heute totales Schietwetter mit Regen und Wind.
      Wünsche dir ein schönes Wochenende. 😊

      1. Bei uns war der Vormittag total verregnet und unsere Fahrt in den Vogelpark Marlow musste deshalb ausfallen. Am Nachmittag ist es zwar sonnig und schön, aber da alles so schrecklich nass ist und im Vogelpark die Vögel herumfliegen, ist Vorsicht angesagt. Vielleicht klappt des am morgigen Sonnabend.
        Liebe Grüße Piri

  5. Der Beitrag war jetzt aber plötzlich zu Ende. Wann geht es weiter?

    Da habt Ihr Euch aber eine interessante Ecke ausgesucht. Ich war bislang lediglich im hessischen Teil der Rhön, durch den thüringischen bloß mal schnell durchgefahren.

    Freue mich auf die Fortsetzung 🙂

    1. Fortsetzung? Hmmm mal denken… Ich glaube mit der Rhön bin ich erstmal fertig, ein bisschen Thüringen kann ich noch anbieten. 😊 Da solltest du wirklich etwas mehr Zeit einplanen, das lohnt sich.

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