​Von Selbstzweifeln und Vertrauen… 

Ich weiß nicht, wie es euch so geht, aber ich persönlich schlage mich oft mit Selbstzweifeln rum, der Frage: „Kann ich das?“ Oftmals traue ich mir selbst sehr wenig zu, selbst bei Sachen, die ich seit vielen Jahren (gut) mache, oft mache, sehr erfahren bin und oft sogar Dinge, die meinen Job oder dessen Kenntnisse betreffen. Auch dann immer wieder diese Frage: „Kann ich das überhaupt? Schaffe ich das wirklich?“ 

Was hilft mir wirklich solche Situationen zu meistern? Sagen zu können: „Ja klar, ich kann das!“ 

Vertrauen! Jemanden, der es mir zutraut und wo ich sicher weiß, er kann es einschätzen. 

Okay, Vertrauen ist für mich etwas sehr schwieriges, es gibt nur sehr wenige Menschen denen ich vertraue und die mich auch noch gut genug einschätzen können. 

Mein Mann zum Beispiel, dem ich 100% vertraue und der mich kennt wie sonst niemand. Wenn ER mir in einer schwierigen Situation grünes Licht gibt und sagt: „Natürlich schaffst du das, du machst das richtig gut“,  dann glaube ich daran, verliere die Selbstzweifel und traue mich. 

Manchmal bezieht sich dieses Vertrauen aber auch nur auf spezielle Situationen im Leben und über diese gestrig erlebte möchte ich etwas erzählen. 

Ich kam gestern, wie so oft, zum Reitstall, da es eigentlich nicht meine Stunde war, sondern die von Jennifer und wir normalerweise beide die Tinker Stute reiten, musste eine von uns das Pferd wechseln. 

Wir planten einen Ausflug durch ein unbekanntes Waldstück, wo derzeit einige Rehe den Weg wechseln oder plötzlich die Fasane auffliegen, dazu die Pferde ständig von Fliegen gepiesackt werden, noch dazu müssen wir um dahin zu gelangen erst ein ganzes Stück über eine schmale Strasse reiten, wo auch LWS’s fahren und nur wenig Platz ist.

Ich selbst sehe mich jetzt nicht gerade als gute oder sichere Reiterin… 

Die Besitzerin der Pferde überlegte wie sie die Pferde am besten verteilen soll, die Tinker Stute ist ausgeglichen und sicher, ein Kaltblüter eben. Der Knabstrupper Wallach, das Pferd von Pipi Langstrumpf, erschreckt eben mal schnell und macht dann schon mal einen ordentlichen Satz, vor allem, wenn er die Fliegenschutzmaske trägt und in Sicht und Gehör eingeschränkt ist. 

Dann fragte sie mich, irgendwie so selbstverständlich, ob ich den Wallach reiten möchte, sie hätte dabei ein besseres Gefühl. 

Ich fühlte mich in diesem Moment total stolz, dass sie MIR das zutraut. Sie kennt sich aus und dann ist das eine spezielle Situation, wo ich ihr vertraue. In dem Moment war ich mir auch sicher: „Klar kann ich das!“ 

Sie hat mir Selbstvertrauen gegeben und meine Zweifel waren weg… Das hat mir unglaublich gut getan ♥ 

Ein Vertrauensvorschuss und jemand, der an mich glaubt…

Ich weiß, für die meisten von euch ist so eine Situation sicher nur Pillepalle und wir leben ja auch in einer Gesellschaft, wo jeder irgendwie alles KANN… 

Mir jedoch hat das sehr viel bedeutet! 

Der Ausflug war übrigens wunderschön und auch Anežka war dabei und super brav,  ein Traumtag ♥ 

           Bild by Pixabay 

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65 Kommentare zu „​Von Selbstzweifeln und Vertrauen… 

        1. Da stimme ich dir zu! Sie können ja auch nicht, aber sie glauben es zu können! Selbstüberschätzung… Davon hätte ich gerne ein kleines bisschen…
          Ich hänge mit niemandem rum, mir reicht was ich so mitbekomme 🙂

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  1. Ich find das ist ein sehr schönes Gefühl, wenn eine Fachperson einem etwas zutraut und man deswegen dann denkt: das schaffe ich!
    Ich glaube an Selbsthweifeln leide ich nur, wenn es mir insgesamt mal nicht so gut geht…

    Total schön geschrieben.

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  2. Sehr schön, dass sie nicht nur ihre Pferde sondern auch Euch so gut einschätzen kann und Du Dich wiederum darauf verlassen kannst 🙂 Das ist sehr wichtig und war bestimmt ein tolles Gefühl für Dich, zumal der Ausritt dann noch so schön wurde 🙂 Ich freu mich wenn ich mein Pferd ab nächster Woche wieder sehe und Ausritte genießen kann 🙂

    Liebe Grüße, Frauke

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    1. Ja, das ist ihr Beruf und ein Therapiehof, da ist sie schon erfahren. Für mich war das gleich doppelt schön, weil es auch mit meinem Hund so toll geklappt hatte.

      War dein Pferd im Urlaub? 🙂 Was hast du für eines?

      Ich habe noch eine Frage zu deinem Blog. Die letzten Beiträge sind von 2015, schreibst du nicht mehr?

      Gefällt 2 Personen

      1. Leider nimmt nicht jeder die Verantwortung so ernst wie sie. Da kenn ich auch andere Beispiele – von Therapeuten, als auch „normalen“ Reitschulen, wo ich mich dann geweigert habe in den Sattel zu steigen. Passieren kann immer was, aber Pferd und Reiter müssen zusammen passen 🙂 Ich habe einen jetzt 24-jährigen Araber namens Shaman 🙂 Vor knapp 9 Jahren bin ich weggezogen, er steht aber weiter im Stall in der Nähe meiner Mutter. Sie kümmert sich ganz toll um ihn, ohne Shaman als Ausgleich würde sie nur noch arbeiten. Er fühlt sich dort auch so wohl, dass ich ihn nicht heraus reißen möchte. So sehe ich ihn nur alle paar Monate für ein paar Wochen.
        Sehr komisch, manchen wird direkt der neue Blog angezeigt, Dir wieder der zweite. Hier der Link zum dritten, aktuellen Blog 🙂
        https://wolkeswelt205blog.wordpress.com/

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        1. Oh ja, das kann ich leider bestätigen, selbst auf einem Therapie Reiterhof werden oft Menschen einfach auf irgend ein Pferd gesetzt und auch noch sich selbst überlassen. Da kommt leider auch so mancher zu Fall und möchte nie wieder reiten, sehr traurig.
          Schade, dass du dein Pferd so selten siehst, aber, wenn es sich da wohl fühlt ist es ja okay.
          Muss ich doch nachher gleich mal schauen, ob ich bei dir vielleicht ein Photo finde. Danke für den Link 🙂

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  3. Liebe JanJan,
    ein wenig Selbstzweifel haben die meisten Menschen und das ist auch in Ordnung. Die von sich behaupten, sie kennen das nicht sind entweder überheblich oder selbstverliebt. Ich finde, dass Freunde und Menschen im nahen Umkreis nicht nur Kritik, sondern auch Lob aussprechen sollten. Das trägt zu einem gesunden Selbstbewusstsein bei. Bleib so wie du bist, so bist du richtig. Du hast es nicht nötig an dir zu zweifeln. Wobei jeder mal solche Tage hat und an sich zweifelt. Und wenn mal etwas schief geht ist es auch in Ordnug, ist alles menschlich..
    Ich wünche dir einen schönen Freitag.
    Gruß Piri

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    1. Dankeschön Piri, das hast du schön gesagt, manchmal ist es eben nervig, wenn man die einfachsten Dinge immer wieder hinterfragt, obwohl man sie schon unzählige Male gemacht hat…

      Dir auch einen schönen Freitag 👋

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  4. Eine bekannte deutsche Schauspielerin hat einmal gegenüber einen Reporter erwähnt, dass es heute in dieser Talkshow unweigerlich herauskommen wird. Der Reporter fragte, was denn? Sie erwähnte, das, dass ich eigentlich überhaupt nichts kann.
    War natürlich lächerlich, denn ihr schauspielerischer Erfolg hat ja ihr Können unterstrichen, aber sie quälte sich wohl ihr Leben lang mit dem Gedanken, dass sie nichts könne. Vielleicht brauchte sie das als Ansporn.
    Also, liebe JanJan, auch wenn du dir manches nicht zutraust, versuche es trozdem 🙂
    LG Alexander

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  5. Schön, zu lesen, dass es so gut geklappt hat! Ich glaube, mich relativ gut einschätzen zu können – dennoch finde ich die Bestätigung von jemandem, auf dessen Urteil ich vertraue, sehr beruhigend.

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  6. Ich denke das es nur sehr wenige Menschen gibt die nie an sich selbst zweifeln und sich immer total sicher sind. Reiten kann ich ja gar nicht aber wenn ich es könnte und auf einmal ein anderes Pferd reiten sollte von dem ich auch noch weiß das es manchmal schreckhaft ist dann wäre ich auch eher skeptisch, von daher finde ich Deine Selbstzweifel normal.
    Die Reaktion der erfahrenen Halterin finde ich toll, vielleicht hat sie ja gespürt das Du genau diese Unterstützung gebraucht hast 🙂 liebe Grüße Regina

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    1. Dankeschön, mit dem Reiten das war im Grunde ein Beispiel dafür, wie es eigentlich generell bei mir aussieht… Irgendwie brauche ich immer jemanden, der quasi für mich entscheidet was geht und was nicht… 😳

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      1. Das letzte was ich brauche, ist jemand, der für mich entscheidet. Grundsätzliche Entscheidungen in meinem Verantwortungsbereich treffe ausschließlich ich und das schnell. So bin ich erzogen und übrigens auch ausgebildet worden. Das schließt gemeinsame Entscheidungen, z.B. mit dem Ehepartner, nicht aus.
        Im Nachhinein gibt es natürlich immer die Frage, ob die getroffene Entscheidung richtig war. Führt aber m.E. zu der endlosen Spekulation, was wäre, wenn? Derartige Überlegungen halte ich aber für wenig sinnvoll, soweit das Gesamtergebnis subjektiv positiv ist.

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  7. Vertrauen hat viel damit zu tun, ob ich mich selbst fallen lassen kann. Vertrauen nicht nur in mich selbst sondern das Leben. Sich bewusst zu erinnern an Dinge und Begebenheiten, die mir gut getan haben in der Vergangenheit, ob ich nun vertraute oder nicht. Wer war das in der Bibel, der sagte „Das Gute aber behaltet….(sinngemäß, ich glaube Paulus). Vertrauen ist eine Sache der Erfahrungen und des geschehen lassen Könnens.

    Ich wünsche Dir eine entspannte und Vertrauen spendende Zeit, liebe Jan Jan.

    P.S. Manchmal hat man auch etwas bestimmtes gewollt aber etwas Besseres bekommen…

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  8. Ein Zitat von meiner Homepage dazu: „Wie man es nennt, die Höhere Macht, Gott, Tao, Universum ? Egal, wenn man vertraut und sich einlässt, dann wirkt diese Kraft. Auch wenn man ein wenig zweifelt, egal, ich erlebe es jeden Tag“

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  9. Naja, meine Frau und ich mussten 2015 eine lebensbedrohliche Krebserkrankung wuppen (Biggi Lungenkrebs) ab einem bestimmten Augenblick muss man einfach loslassen, um nicht irre zu werden. Es sind diese Extremsituationen im Leben, die uns zeigen, wie hilflos wir doch eigentlich sind und wie zerbrechlich das Leben und der Alltag, welche wir bis dahin als sicher eingeschätzt hatten.

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    1. Das tut mir leid, solche Phasen machen einem klar, was wichtig ist im Leben und erst wenn man glaubt etwas zu verlieren merkt man wie sehr man es braucht.
      Ich habe solche Sachen immer als zerbrechlich und vergänglich eingeschätzt, wahrscheinlich ZU vergänglich, weil ich bereits als Kind alles was wichtig ist verloren hatte. Da verliert man einfach das Vertrauen in Beständigkeit…

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